Anzeige

Anzeige

Credit: Mpix-Foto (bearbeitet), Grafik: wattline GmbH

20.08.2026

Stromkosten im Salon: Zahlt dein Betrieb zu viel?

Eine aktuelle Auswertung zeigt, wie stark sich Gewerbestrompreise regional unterscheiden und welche Kosten SaloninhaberInnen selbst beeinflussen können.

Anzeige

Anzeige

Strom gehört zu den Fixkosten, die im Salon leicht übersehen werden. Er läuft im Hintergrund: Licht über den Spiegeln, Föhne und Warmwasser für jede Haarwäsche. Sichtbar wird der Posten meist erst mit der Jahresabrechnung. Ob der eigene Verbrauch normal ist und der Preis fair, lässt sich dann kaum beurteilen. Wie hoch die Stromabrechnung am Ende ausfällt, hängt dabei stärker vom Standort ab, als viele vermuten.

Anzeige

Warum Salons ihre Stromkosten selten einordnen können

Für Privathaushalte gibt es längst regionale Strompreisvergleiche. Für kleine und mittlere Unternehmen fehlte lange eine belastbare Grundlage, um Verbrauch und Preis nach Branche und Region zu vergleichen. Salonbetreiber wissen zwar, dass Strom teuer geworden ist, aber nicht, wo sie mit ihren Stromkosten im Vergleich zu anderen Branchen stehen.

Genau diese Lücke schließt die aktuelle Gewerbestrom-Auswertung von wattline. Sie wertet die Energiedaten von über 26.000 kleinen und mittleren Unternehmen aus, aufgeschlüsselt nach zwölf Branchen und sechzehn Bundesländern. Ein Ergebnis des Reports betrifft dabei jeden Betrieb: Das Preisniveau für Gewerbestrom hat sich seit 2020 im Schnitt verdoppelt. Der Kostendruck ist damit kein subjektives Gefühl, sondern real – unabhängig von der Salongröße.

Was der Standort mit dem Strompreis zu tun hat

Der Report betrachtet die reinen Energiepreise ohne Netzentgelte, und die unterscheiden sich je nach Bundesland deutlich. Zwischen dem günstigsten und den teuersten Ländern liegen rund 17 Prozentpunkte Unterschied. Am günstigsten kauft das Saarland ein, am oberen Ende stehen Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein.

Für Friseursalons ist die Branche „Dienstleistungen" der passende Vergleichsmaßstab. Und hier zeigt sich ein überraschender Zusammenhang. Ein hoher Verbrauch bedeutet nicht automatisch einen hohen Preis. Betriebe in Hamburg verbrauchen zwar mit Abstand am meisten Strom, zahlen aber nur leicht über dem Bundesschnitt. In Thüringen ist der Verbrauch am niedrigsten, der Preis liegt trotzdem rund 15 % darüber.

Regionale Unterschiede beim Stromverbrauch in der Dienstleistungsbranche (Credit: wattline GmbH)

Bild: Regionale Unterschiede beim Stromverbrauch in der Dienstleistungsbranche, Credit: wattline GmbH

 

Auch die Energiequelle beeinflusst das Preisniveau. In der Dienstleistungsbranche liegt der Anteil an Ökostrom über dem Durchschnitt aller Branchen. Neben der Region gestaltet ein Salon sein Preisniveau also über die Wahl des Tarifs und der Vertragsform mit. Der Standort prägt das Preisniveau damit eigenständig und ist eine Ausgangslage, auf die ein einzelner keinen Einfluss hat.

Wo der Strom im Salon wirklich hingeht

Der Verbrauch selbst ist im Gegensatz zu den Energiepreisen dagegen sehr wohl beeinflussbar. Wie viel Strom ein Salon zieht, hängt stark von Fläche, Ausstattung und Öffnungszeiten ab. Ein kleiner Ein-Platz-Salon liegt daher deutlich unter dem Stromverbrauch eines großen Betriebes mit vielen Arbeitsplätzen. Wichtiger noch ist allerdings die Frage, welche Geräte im Salon den Löwenanteil ausmachen. Wer das versteht, kann gezielt ansetzen und Stromkosten verringern.

Beleuchtung und Friseurgeräte

Das Licht ist der größte einzelne Stromposten im Salon. Lange Öffnungszeiten und die hohe Helligkeit, die präzises Arbeiten braucht, summieren sich über den Tag. Direkt danach folgen die typischen Werkzeuge des Handwerks: Föhne, Glätteisen und Haarschneidemaschinen ziehen einzeln zwar nur kurz Strom, werden in Summe aber zum zweiten großen Kostenblock.

Warmwasser und Wäsche

Jede Haarwäsche braucht warmes Wasser, und die Art der Erwärmung entscheidet mit über die Höhe der Stromkosten. Ein elektrischer Durchlauferhitzer treibt den Stromverbrauch spürbar nach oben, während Warmwasser aus der Heizung den Zähler entlastet. Gerade bei hohem Waschaufkommen macht sich dieser Unterschied über das Jahr bemerkbar.

Waschmaschine und Trockner für Handtücher zählen zwar auch mit, fallen aber weniger ins Gewicht. Beim Waschen und Trocknen mit einfachen Mitteln Strom zu sparen, ist im Salonalltag schnell umgesetzt.

Zwei Hebel, die jeder Salon hat

Um Stromkosten zu sparen, ergeben sich zwei Ansatzpunkte. Der erste ist der eigene Verbrauch, und hier gibt es bewährte Stellschrauben:

  • LED-Beleuchtung statt alter Leuchtmittel
  • moderne Geräte und konsequentes Ausschalten statt Stand-by
  • warmes Wasser, wo möglich, über die Heizung statt über den Elektroboiler
  • niedrigere Waschtemperaturen und voll beladene Maschinen bei der Handtuchwäsche

Der zweite Hebel ist die Beschaffung von Gewerbestrom. Da der Standort das Preisniveau vorgibt, lohnt sich der kritische Blick auf den eigenen Vertrag. Viele kleine Betriebe zahlen mehr als nötig, weil ihnen der Zugang zu Konditionen fehlt, die für große Abnehmer selbstverständlich sind. Ein regelmäßiger Vergleich der Angebote oder der Zusammenschluss mit anderen Betrieben kann diesen Nachteil ausgleichen.

Tipp: Wer den eigenen Jahresverbrauch kennt, kann ihn mit den Branchen- und Regionalwerten des Reports abgleichen. So lässt sich einschätzen, wo der Salon im Vergleich steht.

Was Salons aus dem Report mitnehmen können

Der Standort bestimmt, mit welchem Preisniveau ein Salon bei den Stromkosten startet. Machtlos ist deshalb kein Betrieb. Wer weiß, wohin der eigene Strom fließt und wie er im Vergleich dasteht, kann beim Verbrauch und bei der Beschaffung nachsteuern. Die Kostenstruktur ist damit kein reines Schicksal aufgrund des Standorts, sondern zu einem guten Teil eine Frage der eigenen Entscheidungen.

Über den Autor

Philip Gutschke ist stellvertretender Geschäftsführer der wattline GmbH und leitet dort den Bereich Energiebeschaffung und Unternehmensentwicklung. Seit über 15 Jahren ist er im Energiesektor tätig, zunächst als Unternehmensberater, später bei einem Energieversorger. Seit 2011 verantwortet er bei wattline den strategischen und operativen Energieeinkauf für die Mitglieder der Einkaufsgemeinschaft und vertritt deren Interessen im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

wattline.de

Zurück zur Übersicht

Aktuelles

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Kommentar melden / Löschung beantragen

Danke für deine Mitteilung
Zurück

0

Teilen