Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Fred Schumacher, designierter Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks
Herr Schumacher, Sie sind offiziell zum neuen Geschäftsführer des Zentralverbands gewählt worden und starten am 1. September. Trotzdem stehen Sie schon heute Rede und Antwort. Können Sie es nicht erwarten, loszulegen?
Fred Schumacher: Der bisherige Geschäftsführer ist bereits ausgeschieden, deshalb steige ich schon jetzt schrittweise ein, um die Menschen kennenzulernen und aktuelle Themen mitzuerleben. Mit Neugier springe ich dort hinein, wo ich etwas beitragen kann. Gleichzeitig habe ich die Chance, zunächst zuzuhören, die Themen der Branche aufzunehmen und mir Gedanken zu machen, statt erst am 1. September bei null anzufangen.
Welche Einstellung hatten Sie zum Friseurhandwerk, bevor Sie tiefer eingestiegen sind, was ist anders als erwartet?
FS: Ich komme aus einem elterlichen Friseurbetrieb und weiß daher, was es bedeutet, einen Familienbetrieb zu führen. Ich kenne die Herausforderungen und Sorgen, das ist meine persönliche Prägung. Hinzu kam meine Arbeit am Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk. In dieser Funktion durfte ich den Zentralverband bei der Neuordnung der Meisterprüfungsverordnung begleiten. Dadurch bekam ich einen strukturelleren Einblick: Welche Themen beschäftigen das Friseurhandwerk, wie geht die Branche damit um und welche Lösungen werden gesucht?
Was unterscheidet das Friseurhandwerk vom restlichen Handwerk?
FS: Es gibt hier etwas sehr Emotionales, das tiefer liegt als mein wissenschaftlicher Blick. Damit hat mich die Branche genau dort abgeholt, wo ich meine nächsten beruflichen Jahre verbringen und Wirkung entfalten möchte.
Was hat Sie überrascht?
FS: Die wirtschaftliche Stärke der Branche, die häufig unterschätzt wird. Rund 80.000 Betriebe und knapp 8 Milliarden Euro Jahresumsatz sind eine relevante Größenordnung. Diese Dimension war auch mir nicht bewusst. Darin liegen enorme Möglichkeiten.