Wie vertreibt ihr die Marke?
BH: Wir konnten hierfür einen ganz besonderen Menschen gewinnen: Mehrzad Marashi, Gewinner der siebten Staffel DSDS, super vernetzt in der Musik beziehungsweise Rapper-Szene und ein echt toller Mensch, den ich auch persönlich gut kenne. Mehrzad wird den Vertrieb von The Shave Factory bei uns auf- und ausbauen. Das Gute, er spricht die Sprachen der Barber.
Das ist ein interessanter Move und sicher marketingtechnisch interessant.
BH: Mehrzad Marashi hat die coole Attitude einer Musikernatur und gemeinsam wollen wir den migrantischen Markt anpacken.
Und wie plant ihr das?
BH: Anders, als es aktuell passiert. Wir werden nicht mit einem LKW vorfahren und die Ware abverkaufen. Die Marke läuft ganz klassisch über die Euro Friwa Logistik. Geplant ist eine starke Mischung aus Pull- und Push-Marketing. Mehrzad kennt all die Rapper, wie beispielsweise Bushido, persönlich und kann diese mit Produkten versorgen, und wenn die dann bei ihrem Barber danach fragen oder am besten auf TikTok und anderen Social-Media-Plattformen etwas posten, um den Endverbraucher dazu zu bringen, beim Friseur nachzufragen, dann wird das der perfekte Pull. Denn dann kommt Mehrzad in die Salons und sagt „Hey, kennst du mich, ich habe hier tolle türkische Ware, die europäisch aussieht und so weiter.“ Das wird ein Riesenabenteuer und eins bis zwei Jahre harte Arbeit, um hier Vertriebsabläufe zu etablieren.
Ist das nicht riskant? Viele Barbershops sind ja recht umstritten in ihren Geschäftspraktiken.
BH: Auch mich nervt dieses Gebaren sehr. Wir sind ein Unternehmen, das Steuern und Abgaben zahlt, wie jedes andere anständige deutsche Unternehmen. Ich finde diese Wettbewerbsverzerrung, die seit Jahren stattfindet und von der Regierung zugelassen wird, eine Zumutung, auch dass so und so wenige Kontrollen stattfinden. Die Barberszene wächst ja, weil sie überhaupt nicht reguliert ist.