Das ist schön?
GS: Das ist für mich eine Ehre, weil ich weiß, dass meine Leute immer einen Job kriegen. Es zeigt mir aber auch, dass die Leute nicht mehr ausbilden wollen, aber viele Mitarbeiter suchen. Dieses System wird irgendwann so nicht mehr funktionieren. In zehn Jahren wird es weniger gute Stylisten geben, die noch mehr ausgebucht sind mit automatisch höheren Preisen. Mein Appell an die Unternehmen ist, wieder mehr auszubilden, den jungen Leuten zuzuhören, versuchen zu verstehen und sich an die Gegebenheiten anzupassen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg und auch, dass man das Bild rauskriegt, wie es vor 20 Jahren war.
Ich sehe es an mir: Die Leute bleiben, weil es für die passt. Ich habe eine flache Hierarchie und versuche, jedem auf Augenhöhe zu begegnen. Der Ort, an dem wir arbeiten, soll ein Wohnzimmer sein, in dem wir uns alle wohlfühlen. Mein Team ist nur so stark wie mein Lehrling, wie unser „schwächster“ oder unser „jüngster“ Mitarbeiter ist. Und deshalb muss ich als Leader unten beginnen und dann das Team rauf pushen.