Mit den Infektionszahlen steigt die Anzahl von Kategorie-1-Kontaktpersonen, die aufgrund einer covid-19-infizierten Person in ihrem Umfeld eine zehntägige Quarantäne einhalten müssen. Und zwar unabhängig davon, ob sie selbst negativ oder positiv getestet wurden. „Wenn Mitarbeiter oder ganze Teams so lange ausfallen, ist das für viele unserer Betriebe existenzbedrohend. Wir brauchen dringend eine Möglichkeit, dass sich Kontaktpersonen mit negativen Tests vorzeitig freitesten können“, fordert Eder. „Die Hälfte aller Friseurbetriebe bewertet die Geschäftslage als schlecht“, betont auch Clemens Happ, Landesinnungsmeister für Tirol mit Verweis auf die Zahlen.
Die Forderungen der Friseure
- Schnelltests für Friseure, um Planungssicherheit und Aufrechterhaltung der Betriebe zu gewährleisten.
- Halbierung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen von 20% auf 10%
„Das würde zu einer nachhaltigen Wirtschaftsbelebung beitragen und helfen, die Umsatzeinbußen zumindest etwas abzufedern“, so Happ.
- Senkung der hohen Lohnnebenkosten zur nachhaltigen Entlastung der personalintensiven Friseurbranche.
Georg Wilhelmer fürchtet vor allem die bevorstehenden Personalaufwände: „Wir sind eine Personalintensive Branche mit einem Lohnkostenanteil von bis zu 60%. Die Weihnachtsrenumeration wird eine enorme Belastung für die einzelnen Friseurunternehmen bedeuten.“
„An der Branche hängen rund 20.000 Beschäftigte (17.000 Friseure und 3.000 Lehrlinge), die Friseure bilden zudem besonders viele Lehrlinge aus. Erfreulicherweise haben unsere Betriebe ihre Zuversicht nicht verloren.
Dennoch betont Wolfgang Eder abschließend „Die Friseurbranche ist keine eigenkapitalstarke, ein zweiter Lockdown wäre eine Katastrophe.“
Mit einer kurzfristigen Entlastung ist nicht zu rechnen, um so wichtiger, dass die Branche zusammenhält und gemeinsam für eine umfangreiche Unterstützung kämpft.