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AMS-Chef Dr. Johannes Kopf mit Wiener Landesinnungsmeisterin Gülten Karagöz und Stellvertreter KR Peter Schaider beim gemeinsamen Treffen in Wien | Credit: Friseurinnung Wien

19.11.2025

ÜBA ist Konkurrenz für Friseurbetriebe: FI Wien trifft AMS-Chef Kopf

Branchengespräch der Friseurinnung Wien mit AMS-Chef Dr. Johannes Kopf. Die Innungsspitze hinterfragt AMS Bildungsangebote und fordert einen klaren Fokus auf die betriebliche Lehre.

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Die Rolle der überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen (ÜBA) und deren Auswirkungen auf die betriebliche Lehrlingsausbildung war Thema eines Treffens der Wiener Landesinnungsmeisterin Gülten Karagöz und Stellvertreter Peter Schaider mit AMS-Chef Dr. Johannes Kopf zu einem persönlichen Gespräch.

"Friseurbetriebe stehen täglich vor derselben Herausforderung: Wir brauchen Lehrlinge – junge Menschen, die im Salon arbeiten, mit echten Kundinnen üben, Verantwortung übernehmen und so Schritt für Schritt ins Berufsleben hineinwachsen", so Gülten Karagöz.

Fachkräfte entstehen nicht in Warteschleifen

Aus Sicht der Branchenvertretenden ist der Befund klar: Friseurlehrlinge werden im Salon gebraucht – dort, wo an echten Kundinnen und Kunden gearbeitet, Verantwortung übernommen und Teamfähigkeit gelebt wird.

Jedoch: "Statt in den Betrieben landen viele Jugendliche in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen. Das klingt auf den ersten Blick wie eine Lösung, entpuppt sich aber bei genauerem Hinsehen als Konkurrenz für die Wirtschaft", ist Gülten Karagöz überzeugt. 

Dr. Johannes Kopf zeigte sich überrascht über die Wahrnehmung des AMS als Wettbewerber zu Friseurausbildungsbetrieben.

"Während die Salons praxisnah ausbilden, Teamfähigkeit vermitteln und soziale Kompetenzen fördern, stehen in den überbetrieblichen Maßnahmen meist Theoriewissen und Beschäftigung im Vordergrund", so Gülten Karagöz. "Nur im echten Arbeitsumfeld lernen Lehrlinge, was es heißt, Facharbeiterin und Facharbeiter zu sein – und das ist es, was unsere Branche so dringend braucht."

Fördermittel fließen in die falsche Richtung

Das Gespräch verlief konstruktiv und offen, resümiert die Wiener Landesinnungsmeisterin: "Wir konnten die Sichtweisen von Großbetrieben ebenso wie von kleinen und mittleren Unternehmen darlegen. Gemeinsam mit meinem Stellvertreter Peter Schaider haben wir ein klares Bild gezeichnet: Ohne tatkräftige Unterstützung des AMS sind die Fachkräfte von morgen kaum zu sichern. Doch die derzeitigen Mittel fließen überwiegend in die falsche Richtung – weg von den Betrieben, hin zu überbetrieblichen Strukturen." Damit, sind Gülten Karagöz und Peter Schaider überzeugt, werde die betriebliche Ausbildung geschwächt, statt gestärkt.

Gemeinsam adressierten sie ihren Appell: Die Förderungen müssen dorthin, wo Wertschöpfung und Zukunft entstehen – in die Wirtschaft, direkt in die Betriebe. Dort, wo Lehrlinge nicht nur einen Beruf erlernen, sondern Teil eines Teams werden, Kundenkontakt haben, Verantwortung übernehmen und letztlich zu gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten reifen.

Dr. Kopf nahm die Argumente und Vorschläge auf und bekam ein erarbeitetes ►Positionspapier der Friseurinnung Wien mit auf den Weg. "Entscheidend wird nun sein, dass der eingeschlagene Dialog fortgeführt wird. Denn eines ist klar: Österreich braucht Fachkräfte – und die entstehen nicht in Warteschleifen, sondern in den Betrieben", so Gülten Karagöz.

ÜBA in Fakten & Zahlen

Dr. Johannes Kopf im Interview mit imSalon zur ÜBA

ÜBA - Kommentar von Raphaela Kirschnick: Teure Konkurrenz oder sinnvolle Ergänzung?

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