Junge Kolumne von Daniel Golz
“Meine Kollegen sind manchmal so alt wie das Wort Dauerwelle” Ich sag’s mal, wie’s ist: In jeder Branche wird neu gedacht. Überall wird gebrutzelt, gebastelt, gebrandet – nur bei uns im Friseurhandwerk hängen einige immer noch irgendwo zwischen Dauerwellwicklern und Trockenhaube fest.
Nehmt euch mal 'n Beispiel an den Bäckern. Früher: „Brötchen- und Schrippen-Fabrik“. Heute: „Sourdough Bakery mit veganem Schoko-Croissant“ im Insta-Feed. Warum? Weil die’s geschnallt haben. Instagrammable. Authentisch. Handwerk zum Anbeißen.
Und was machen wir? Reden noch immer von der „Dauerwelle“.
Ich frag’ mich ernsthaft: Ist das ein Fachbegriff oder eine Drohung?
Oder nimm den Salat. Früher gab’s „Kopfsalat mit Joghurt-Dressing“. Heute? Bowl. Klingt hip, sieht geil aus, verkauft sich doppelt so gut. Was ist der Unterschied? Schüssel statt Teller, neues Feeling, neuer Name.