Im Gespräch mit Katja Ottiger
imSalon: Du bist vernetzt auf allen (digitalen) Kanälen, denkst hier immer wieder weiter und hältst u.a. Vorträge zu diesem Thema. Leidenschaft?
Achim Rothenbühler: Verzweiflung! Weil es darum geht wachzurütteln. Denn wenn ich noch beim NEIN zu digital bin, brauch ich mit was anderem nicht anzufangen. Ich mache das nicht, weil ich Spaß an Digital habe und den ganzen Tag gern am Handy hänge, sondern aus dem Bewusstsein heraus, zu MÜSSEN. Es ist eine Chance meine Arbeit zu promoten und an junge Kunden und vor allem Mitarbeiter ranzukommen.
Also auch du musstest Social Media affin werden?
AR: Ja und ich habe jetzt fast 9000 Follower. Wir als J.7 mit den Filialen und school zusammen um die 20.000. Wir haben Onlineterminierung, eine Schulungs-APP, setzen auf Videokonferenzen mit den Franchisepartnern. Auf die Friseurmasse gesehen, stehen wir ganz gut da.
"Social Media muss ein fester Bestandteil im Unternehmen sein, so wie Buchhaltung oder Lehrlingsausbildung!"
Sehen viele noch nicht die Notwendigkeit?
AR: Ich verstehe alle Social Meida - Gegenargumente, aber Social Media muss ein fester Bestandteil im Unternehmen sein, so wie Buchhaltung oder Lehrlingsausbildung! Denn die Wahrheit ist, wir können uns sonst bald nicht mehr miteinander unterhalten!
Was empfiehlst du?
Konzentriert sein. Beobachten. Neues ausprobieren. Das Schlimmste ist, einfach weiter zu machen wie bisher.
Was erwartest du?
AR: Tolle Images von unserem Job! Wir alle können das aus unserer Tasche leisten. Wir haben eine visuelle Branche! Schöne Looks, tolle Kollegen, supercoole Saloneinrichtungen - wir haben so viele Sachen zum Posten! Nur, unsere Branche findet im Internet praktisch nicht statt, da kommt zu wenig bei der Flut der Friseure. Wir müssen immer bedenken, die junge Generation tickt digital.
"Wir müssen junge Leute davon abhalten, im Supermarkt an der Kasse zu sitzen oder Zahnarztassistentin zu werden!"
Also los und junge Follower generieren!
AR: Image und Präsenz bekommst du im Netz. Wir haben eine Verknappung junger Leute und um die findet ein Wettbewerb statt. Wir müssen junge Leute davon abhalten, im Supermarkt an der Kasse zu sitzen oder Zahnarztassistentin zu werden! Denn Friseur IST eine coole Alternative!
Wie lernt man denn Instagrammen?
AR: Learning by doing. Wenn du 100 Follower hast, machst du nix kaputt. Einfach viel ausprobieren durch Tun! Persönliches ist wichtig! Auf ein Kollektionsbild bekomme ich 300 Likes, wenn ich eines von mir persönlich poste, 600! Alles ist experimentell und überraschend. Wer heute nicht auf Digital setzt, ist in zwei Jahren tot!
Und wie handhabt ihr das J.7 intern?
AR: Facebook macht jeder selbst, das ist lokal. Eine Instagram Seite verkörpert Image, hier legen wir alles zusammen, das bringt mehr Traffic. Denn die Macht der Follower wird oft unterschätzt. Es könnte sein, dass sich neben dir einer zu einem Spezialisten hochkatapultiert und du merkst das viel zu spät. Egal wer im Unternehmen Social Media macht - bei mir sind es z.B. die Lehrlinge im 3. Lehrjahr – das muss fest einplant werden! Posten ist das eine, vielen reicht es zweimal die Woche. Das andere ist das Pflegen, das Antworten auf Kommentare. Das muss 7 Tage die Woche funktionieren!