Scherenschliff: Besser beim Profi oder ganz einfach im Salon?
Wer seine stumpfe Schere schnell selbst auf Vordermann bringen möchte, sollte sich in Geduld üben und den Fachmann bzw. die Fachfrau aufsuchen. Bei der Nutzung eigener Schleifgeräte zerstört man die Schere zu 99%. Bei besonders hochwertigen Scheren sollten auch die meisten mobilen Schleifdienste gemieden werden, denn das braucht stabile Qualität. Bei mobilen Diensten reicht diese meist nicht aus und dabei könnten auch Gewährleistungsansprüche verfallen.
Wer schleift besser: Die Hand oder die Maschine?
Profis schleifen von Hand und das ist dem Maschinenschliff immer vorzuziehen. Auch hier gilt: Experten an die Schere lassen, um die Qualität nicht zu beeinträchtigen.
Das ABC der Schleiftechniken: Welche Besonderheiten gibt es?
Beim regulären Standard-Schliff werden Schnittkanten feingeschliffen und poliert, ggf. auch mit Mikroverzahnung.
Hochwertige Scheren werden im Hohlschliff-Verfahren geschliffen. Das heißt, dass hier auch die Innenseite des Scherenblatts behandelt. Oft wird das auch „Premium-Schliff“ genannt.
Die Top-Scheren – meist in Japan-Qualität – erhalten einen Hamaguri-Schliff nach besonderen, oft in Japan entwickelten Techniken. Hier kommen speziell auf hochwertige Scheren ausgelegte, wassergekühlte Schleifscheiben zum Einsatz.
In Eigenregie: Was muss man beachten, wenn man doch mal selbst Hand anlegt?
Zum Wohl der Schere sollte man darauf verzichten und sich auf die regelmäßige Reinigung der Schere konzentrieren.
Hand aufs Herz: Was macht den richtig guten Schliff aus?
Ein guter Scherenschleifer würde nie seine Geheimisse verraten. Aber ein paar Maßstäbe gibt es: Der gute Schliff ist auf jeden Fall derjenige, der sich an die Original-Vorgaben der Schere hält und davon nicht abweicht. Das bedeutet ein Einhalten des Schneiden-Winkels, den Einsatz der richtigen Schleifmittel und ein Richten der Schere zum Abschluss, um das abgetragene Schleifmaterial wieder auszugleichen.
Qualität und Quantität: Wie oft sollte man Scheren schleifen lassen?
Der Laie schleift vielleicht nur ein bis drei Mal, der Fachmann schleift eine Schere zehn bis 15 Mal. Scheren, die ständig in Gebrauch sind, sollten je nach Abnutzung oder auch Sturzschäden ein bis zwei Mal jährlich ein Komplett-Service erhalten.
Verpfuscht: Kann man Scheren „verschleifen“? Und kann der Profi diesen Selbstversuch dann noch retten?
„Verschliffene“ Scheren kann man nur noch bedingt und mit viel Aufwand retten. Deshalb die Empfehlung: Gleich zum Profi gehen und lange Freude an der Friseurschere haben.
Der Customized-Trend: Kann man die Schere durch einen besonderen Schliff individualisieren?
Eine Schere umzuarbeiten – z.B. von schwerer zu filigraner Ausführung – bedeutet sehr hohen Aufwand und würde sich nur bei einer hochpreisigen Schere lohnen. Bei Scheren unter 100 EUR ist der Kauf einer Neuschere, die den Anforderungen entspricht, ratsam.
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