Münzbilder zählen zu den kleinsten Porträts der Welt – und erzählen dabei große Geschichten. Täglich gingen sie durch unzählige Hände, wurden massenhaft geprägt und prägten im wahrsten Sinn das Bild ihrer Zeit. Das Porträt auf einer Münze war oft jenes, das die Untertanen am häufigsten sahen – ein machtvolles Medium der Selbstdarstellung. Umso bedeutsamer war, wie sich Herrscherinnen und Herrscher auf den wenigen Quadratzentimetern inszenierten; manche wurden so zu wahren TrendsetterInnen.
Die Ausstellung Kopf & Kragen. Münzen machen Mode im Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums präsentiert knapp 200 Münzporträts aus kulturhistorischer Perspektive und zeigt Fashion und Lifestyle aus über 2.400 Jahren.
Frisurentrends als Ausdruck von Macht
Frisuren waren Ausdruck von Macht und Modebewusstsein. Männliche Herrscher trugen ihr Haar gerne kinnlang, ein Jahrhundert später hingegen kurz – dafür zählten spitze Kinnbärte zu den Must-haves. In der Ausstellung begegnen Besucherinnen und Besuchern etwa dem Mailänder Herzog Ludovico Maria Sforza mit seinem charakteristischen zazzera-Haarschnitt – dem Renaissance-Bob – und König Ludwig XII., der auf seinen Münzen modische Kopfbedeckung und französische Lilienkrone vereinte.
In der Renaissance wurden Hüte zu wahren Modestatements. Wer Rang und Namen hatte, trug Barett oder Myllan Cap – gefertigt aus Brokat, Samt oder feinem Filz. Diese kunstvollen Kopfbedeckungen verrieten Stand, Bildung und Haltung.
Auch die Damenwelt setzte Zeichen: Adelige Frauen zeigten sich mit aufwendigen Flechtfrisuren und reich bestickten Hauben. An den europäischen Höfen des Barock ließen sie sich ihre Haare zu künstlerischen Hochsteckfrisuren kämmen, die Fürsten trugen überdimensionale Lockenperücken. Eine Zeitreise durch die Neuzeit präsentiert Haartrends aus mehreren Jahrhunderten und bietet möglicherweise Inspiration für das eigene Styling.