Übertragungswege
Der Hautpilz gelangte durch Migration und internationale Kampf- und Kontaktsportwettkämpfe nach Europa, weshalb der Pilz auch als „Ringerpilz“ bekannt ist. Barber Shops und Friseursalons sind als mögliche Übertragungswege bereits bekannt. Die erste Berichterstattung über eine mögliche Übertragung durch Bartrasur und Friseurarbeiten in deutschen Barber Shops erfolgte 2020 und schreibt das erstmalige Auftreten des Trichophyton tonsurans als Auslöser von Tinea capitis (Befall von Kopf- und Bartregion) einem Barbershop zu.
Mögliche Übertragungswege sind enger Körperkontakt wie z.B. bei Kampf- oder anderen Kontaktsportarten, in Schulen oder Kindergärten. Der Pilz ist aber auch besonders Umwelt resistent und kann sich mehrere Monate auf Gegenständen wie z.B. (Kampf-) Sportmatten, nicht ausreichend desinfizierten/gereinigten Haarschneidern, Bürsten, Kämmen, Kopfstützen und auch auf Kleidung, Bettwäsche und Handtüchern halten. Eine Wäsche bei 60 Gradcelsius, genügt jedoch, um Sporen in Textilien loszuwerden.
Was ist nun an der medialen Hysterie dran?
Auf Nachfrage unsererseits an das deutsche BMG (Bundesministerium für Gesundheit) hieß es, man gehe von einem deutlichen Anstieg aus. Es ist jedoch nicht geklärt, warum die Fallzahlen zunehmen. Einer retrospektiven Studie der Technischen Universität München nach ist von einer weiten Verbreitung in der Bevölkerung auszugehen.
Der Anstieg an Infektionen ist nicht einem einzigen Übertragungsweg, z.B. den Barbieren, zuzuschreiben. Der Hautpilz ist zwar hochansteckend, jedoch nur schwach immunogen. Das bedeutet, dass es viele unwissende Träger des Erregers ohne Symptome gibt, welche den Hautpilz an Familienmitglieder, Freunde etc. übertragen können. Das Bundesministerium für Gesundheit bestätigte uns, dass es für die Infektionen mit dem „Ringerpilz“ keine Meldepflicht gibt. Somit lassen sich Fallzahlen nicht quantifizieren.