Um eine nachhaltige Veränderung für die Branche zu bewirken, haben wir gemeinsam mit den Diskussionsteilnehmern Katharina Strassl, Bundesinnungmeister Wolfgang Eder, Christian Sturmayr und Helmut Maier einen Forderungskatalog erstellt und diesen an Herrn Mag. Konetzky, Sektionschef Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft, ebenfalls Teilnehmer der ►Podiumsdiskussion, übergeben.
Forderungen, Wünsche und Anregungen der Friseurbranche an die Politik
Mehrwertsteuer-Reduktion auf 10 %
Aufgrund der Kleinstunternehmerregelung muss bis 35.000 € keine Umsatzsteuer abgeführt werden. Damit befindet sich die Friseurbranche in einer fiskalistischen Zweiklassengesellschaft und bevorteilt jene, die ihre Preise exklusive 20% Umsatzsteuer anbieten können.
Diese machen mittlerweile mehr als 60% der Friseurunternehmen aus, Tendenz steigend.
Das wiederum benachteiligt Unternehmen die Mitarbeiter anstellen, Ausbildungen fördern und eine hohe Abgabenquote bezahlen.
Zudem ist das Friseurhandwerk eine personalintensive Branche, in welcher man nicht auf maschinelle Hilfe umsteigen kann, um die überproportionale Teuerung der menschlichen Arbeit abzufedern. Wenn handwerkliche Arbeitsplätze erhalten werden sollen, dann müssen geeignete fiskalische Rahmenbedingungen geschafft werden.
Abschaffung der Sozialversicherungskosten bei Lehrlingen
SchülerInnen und StudentInnen dürfen bis zur Beendigung der Schul-/ Studienzeit bei ihren Eltern mitversichert sein und erhalten zahlreiche Vergünstigungen wie Fahrscheinermäßigungen, etc.
Wir fordern Gerechtigkeit und eine Gleichstellung von Lehrlingen mit Menschen in schulischen Ausbildungsformen.
Vermehrte und regelmäßige Kontrollen von Betrieben, bezüglich Sozialbetrug und Schwarzarbeit
In Zeiten knapper Kassen ist Schwarzarbeit das wohl am stärksten wachsende Segment in unserem Handwerk. Mangelnde Kontrollen, Ignorieren von Betrieben mit offensichtlich hinterfragungswürdigen Geschäftsgebaren sollten zumindest den Druck möglicher Kontrollen spüren und ihr Handeln überdenken, um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.