"Ich habe in der ÜBA WIFI in St.Pölten meine Lehre beendet!
Ich bin 21 Jahre alt und habe vor vier Jahren meine Friseurlehre in einem Salon in Melk angefangen. Dort habe ich 2 Jahre lang gearbeitet und konnte wortwörtlich im 2.Lehrjahr nichts! Ich musste nur putzen und durfte kaum zu Kunden/innen.
Ich war sehr deprimiert - in der Berufsschule durften die anderen Lehrlinge aus Salons alle schon alleine schneiden und färben.
Bevor ich in das 3. Lehrjahr kam, habe ich mich entschlossen zu kündigen. Ich stand in der Ausbildung so unter Druck und bekam nur negatives Feedback, dass ich davon krank wurde. Ich wollte den Beruf nicht aufgeben und habe es daher beim WIFI probiert. Das AMS war dagegen, weil ich in meinem Lehrjahr in der ÜBA zu viel kosten würde und steckte mich in das sog. "ibis acam" (Anm. Redaktion: Privater Bildungsträger mit dem Schwerpunkt Aus- und Weiterbildungen für Arbeitssuchende). Dort habe ich Praktikum für Praktikum gemacht, die Inhalte haben aber nicht für die Lehrabschlussprüfung gereicht. Nach langem Kampf, durfte ich doch bei der ÜBA am WIFI beginnen.
Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber heutzutage sind die Salons wirklich rücksichtslos. Den Lehrlingen wird nichts mehr beigebracht, sie denken nur an sich und für Geld gehen sie über Leichen. Am WIFI war es anders - sie haben mir innerhalb eines Jahres alles beigebracht: Schneiden, Färben, Kundenberatung, Kundenkontakt und Tipps und Tricks von denen ich davor nicht mal wusste. Ich hatte wieder Spaß und Liebe in meinem Beruf als Friseurin gefunden und konnte mir einen anderen Beruf gar nicht mehr vorstellen.
Ich habe 2024 bei Wettbewerben mitgemacht und auch den 2.Platz beim Lehrlingswettbewerb gewonnen (► Berichterstattung zum Lehrlingswettbewerb mit Fotos!). Darüber habe ich mich umso mehr gefreut, wenn ich zurückdenke, dass ich alles aufgeben wollte. Im August 2025 konnte ich die Lehrabschlussprüfung positiv abschließen und kann mich nur bei der ÜBA, dem BFI und dem WIFI bedanken, die mir mein Leben und meine Zukunft gerettet haben.
Daher kann ich jetzt den Mund nicht halten und möchte, dass die Menschen auch die andere Seite hören! Es gibt so viele Mädchen und Jungs da draußen, die in Salons unzufrieden sind und dabei die Liebe zum Beruf verlieren. Diese Leute möchte ich motivieren!"
Kommentar von Aylin Yalcin