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Credit: KI generiert

29.01.2026

Jugend 2026: Social Media verliert - ChatGPT gewinnt

Social Media verliert bei Österreichs Jugendlichen spürbar an Zugkraft – KI-Chatbots wie ChatGPT sind auf dem Vormarsch. Der Jugend-Internet-Monitor 2026 zeigt das Nutzungsverhalten. Was das für FriseurInnen, Lehrlinge und die Salon-Kommunikation bedeutet ...

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WhatsApp, YouTube, Snapchat, TikTok, Instagram, Teams: Die Top 6 der beliebtesten Plattformen österreichischer Jugendlicher bleiben 2026 zwar gleich – doch alle verlieren Nutzer:innen. Parallel dazu steigt die Nutzung von KI-Chatbots wie ChatGPT massiv: 94 % der 11- bis 17-Jährigen verwenden bereits Chatbots. Das zeigt der aktuelle Jugend-Internet-Monitor von Saferinternet.at.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

Für die 11. Ausgabe der Studie wurden 500 Jugendliche (11–17 Jahre) in ganz Österreich befragt (Institut für Jugendkulturforschung, umgesetzt mit Unterstützung von EU/FFG).

Top-Plattformen 2026 (Nutzung | tägliche Nutzung):

  • WhatsApp: 82 % | 84 % täglich (–5 Prozentpunkte vs. Vorjahr)

  • YouTube: 76 % | 50 % täglich (–4)

  • Snapchat: 65 % | 85 % täglich (–9)

  • TikTok: 64 % | 83 % täglich (–8)

  • Instagram: 64 % | 77 % täglich (–9)

  • Microsoft Teams: 31 % (–4)

Auch abseits der großen Player bleibt’s bunt – aber ebenfalls rückläufig:

  • Pinterest: 31 %

  • Roblox: 23 %

  • Discord: 18 %

  • Twitch: 14 %
    Stabil ohne Verluste: Signal und Reddit (je 9 %).
    Der größte Absturz: BeReal – nur noch 7 % (nach kontinuierlichem Rückgang seit 2024).

Entwicklung im Laufe der Zeit

WhatsApp 2026: 82 % | 2025: 87 % | 2024: 76 % | 2023: 96 % | 2022: 96 % | 2021: 98 % | 2020: 91 % | 2019: 83 % | 2018: 85 % | 2017: 93 % | 2016: 94 %

YouTube 2026: 76 % | 2025: 80 % | 2024: 70 % | 2023: 94 % | 2022: 95 % | 2021: 93 % | 2020: 91 % | 2019: 78 % | 2018: 81 % | 2017: 90 % | 2016: 87 %

Snapchat 2026: 65 % | 2025: 74 % | 2024: 61 % | 2023: 69 % | 2022: 70 % | 2021: 75 % | 2020: 62 % | 2019: 52 % | 2018: 59 % | 2017: 65 % | 2016: 52 %

TikTok 2026: 64 % | 2025: 72 % | 2024: 65 % | 2023: 68 % | 2022: 70 % | 2021: 57 % | 2020: 42 % | 2019: 19 % | 2018: 17 % | 2017: 26 %)

Instagram 2026: 64 % | 2025: 73 % | 2024: 71 % | 2023: 75 % | 2022: 84 % | 2021: 84 % | 2020: 76 % | 2019: 71 % | 2018: 63 % | 2017: 68 % | 2016: 55 %

Credit: Safer Internet

Kaum mehr Geschlechterunterschiede – außer bei Gaming & Streaming

Bei den „Big Five“ sind die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs 2026 nur noch gering:

  • YouTube (Jungs 79 %, Mädchen 73) und TikTok (67 vs. 61) liegen bei Jungs weiter leicht vorne.

  • Bei WhatsApp, Snapchat, Instagram gibt es keine Unterschiede mehr – auffällig, weil Snapchat 2025 noch klar stärker bei Mädchen war.

  • Teams nutzen Mädchen (35 %) häufiger als Jungs (27 %).

Deutlicher wird’s bei Plattformen, die näher an Gaming/Streaming sind:

  • Discord: Jungs 28 %, Mädchen 8 %

  • Twitch: Jungs 23 %, Mädchen 5 %

  • Pinterest ist das Gegenstück: Mädchen 55 %, Jungs 8 %
    Auch bei Reddit (14 vs. 3) und X (12 vs. 4) zeigen sich klare Unterschiede.

Kurzvideos & Algorithmus: „Scrollen“ ersetzt „Folgen“

Der Fokus sozialer Netzwerke verschiebt sich weiter: weniger Austausch, mehr passiver Konsum. Kurzvideos im Endlos-Feed – ein Prinzip, das TikTok groß gemacht hat – prägt inzwischen fast alle Plattformen. Viele Jugendliche können kaum mehr sagen, welchen Creator:innen sie wirklich folgen: Der Algorithmus „liefert“, statt dass bewusst abonniert wird.

ChatGPT & Co. sind im Alltag angekommen

Der größte Move in diesem Jahr ist der KI-Schub: 94 % der Jugendlichen nutzen bereits Chatbots. Das dürfte den Rückgang bei Social Media zumindest mit erklären – neben einem generellen Sättigungsgefühl: In Fokusgruppen nennen Jugendliche vor allem

  • zu viel Werbung,

  • zu ähnliche Inhalte auf allen Plattformen,

  • sowie belastende Inhalte und Hasskommentare als Gründe, warum Social Media an Reiz verliert.

Die detaillierten Ergebnisse der Zusatzstudie „KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche“ veröffentlicht Saferinternet.at am 9. Februar 2026.

Was heißt das für FriseurInnen und Salons?

Jugendliche sind nicht nur KundInnen, sondern auch zukünftige oder bestehende Lehrlinge oder PraktikantInnen. 

Wer im Salon Jugendliche erreichenmöchte, muss ihre Medienrealität verstehen:

  1. Kürzer, schneller, snackable
    Wenn Kurzvideos dominieren, funktionieren auch Salon-Inhalte eher als 15–30 Sekunden: Vorher/Nachher, schnelle Tipps, Mini-Tutorials, „3 Styling-Hacks“.

  2. Weniger „Follower“-Denke, mehr „Feed“-Denke
    Weil der Algorithmus entscheidet, zählt: Hook in den ersten 2 Sekunden, klare Bildsprache, Untertitel, und ein wiedererkennbarer Look.

  3. KI wird Teil des Beratungsgesprächs
    Viele Jugendliche lassen sich von Chatbots Ideen geben („Welche Curtain Bangs zu meinem Gesicht?“). Salons können das smart aufgreifen:
    „Zeig mal, was dir ChatGPT vorgeschlagen hat – ich sag dir, was realistisch ist und wie wir’s an dich anpassen.“

  4. Medienkompetenz als Employer Branding
    Gerade bei Lehrlingen: Ein kurzer Team-Guide zu Datenschutz, Foto-Freigaben, Umgang mit Kommentaren und „Was posten wir aus dem Salon?“ wirkt professionell – und schützt alle.

Über die Studie

Der Jugend-Internet-Monitor ist eine jährlich durchgeführte, repräsentative Studie von Saferinternet.at zur Nutzung von Online-Plattformen durch 11- bis 17-Jährige in Österreich. Mehr Details und Zeitreihen finden sich auf jugendinternetmonitor.at; Infos & Materialien zur sicheren Internetnutzung auf saferinternet.at.

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