"Hauptsache, du bist glücklich!"
hören 78% der Jugendlichen von ihren Eltern. Die Vorstellungen darüber, was Glück bedeutet, gehen jedoch auseinander. Die Eltern verstehen darunter eine Grundzufriedenheit mit dem Leben, die Jugendlichen sehen Glück als euphorisierenden Moment und Neues erleben.
- 55% der Jugendlichen sagt, sie möchten immer glücklich sein.
- 85% möchten einen Beruf finden, der sie glücklich macht.
- 65% wollen reisen, um sich weiterzubilden und Neues zu erleben.
- 62% geben an, in einem Job oder Studium nach wenigen Wochen zu wissen, ob der Beruf das richtige ist.
- 47% wollen noch viel ausprobieren, bevor sie sich festlegen.
Was heißt das fürs Friseurhandwerk? Im Friseurhandwerk gab es im Jahr 2023 in Deutschland eine ► Abbruchquote im 49,6%, mit 37% Abbrüchen in der Probezeit. Die Tendenz stimmt hier mit den Studienergebnissen überein, Lösungsansätze wären z.B. bessere Information vor dem Ausbildungsbeginn oder eine intensive Lehr-Startphase, in der möglichst viele Facetten des Berufs zu Beginn gezeigt werden. Langeweile ohne Glücksmomente in den ersten Wochen sind jedenfalls tödlich.
7.331€ netto - glücklich Geld verdienen mit dem Traumjob
Vor dem Hintergrund großer Unsicherheiten, wollen die Jugendlichen möglichst viel Geld verdienen, um ihr Sicherheitsgefühl zu steigern. Die Gehaltsvorstellungen sind dabei hoch:
Mädchen antworten auf die Frage nach dem "monatlichen Gehaltswunsch in der Zukunft" durchschnittlich 6.389€ netto, Jungen wünschen sich 8.231€ netto, im Durchschnitt aller Jugendlichen sind es 7.331€.
In der Realität sind die Ausbildungsvergütungen und viele Gehälter weit darunter angesiedelt: Ein Friseurlehrling in Österreich bekommt ► laut Kollektivvertrag zwischen 782€ und 1313€, je nach Lehrjahr.
Orientierung an Red Flags und Klischees
Der Wunsch nach althergebrachten Lebenszielen mit Haus, Familie und Hund, ist sehr präsent. Die Jugend orientiert sich am Weg dahin an "Abkürzungen zum Glück" - in drei Tagen zum Immobilienmakler und in 7 Sekunden erkennen, ob der Chef der richtige ist. "Red Flag Videos sind der neue Knigge der Jugend", heißt es in der IKW Studie.
Kosmetik als Kontrollorgan
In der Bearbeitung der Oberfläche und bei aufwendigen Beauty-Routinen zeigt die Jugend durchwegs viel Durchhaltevermögen. In vielen TikTok-Videos werden Pflegerituale mit Lifehacks kombiniert, sie geben das Gefühl, das Leben unter Kontrolle zu haben.
"Auffällig ist, dass die Jugendlichen inzwischen in fast allen Produktbereichen eine noch viel größere Vielfalt an Produkten verwenden. Seren, Toner, Bartshampoos, Concealer, Primer, Haaröle, Handcreme oder Mundspülungen sind nur einige Produkte, die an Relevanz gewonnen haben. Ebenfalls interessant: Auch Männer können sich dem Mega-Trend Routinen nicht entziehen und nutzen eine viel größere Bandbreite an Produkten", wird in der Studie bemerkt.
Infografiken aus der Studie