Raphaela Kirschnick im Gespräch mit dem Haaro Team Michael Schlömer, Christian Müller und Lars Nökel
Wie geht es dem Unternehmen Haaro aktuell?
Michael Schlömer: Wir befinden uns in einer herausfordernden Marktsituation, die in ganz Europa durch viele negative Faktoren geprägt ist. Als Stichpunkte seien nur genannt: Corona-Nachwirkung, Inflation, Energiekosten, Fachkräfte- und Nachwuchsmangel,
Zusätzlich beobachten wir in Deutschland eine sehr unübersichtliche Entwicklung im Großhandelsmarkt, der ja unser klassischer Hauptvertriebspartner ist.
Vor diesem Hintergrund sind wir mit den letzten Jahren außerordentlich zufrieden, dürfen uns aber nicht zu sicher fühlen und müssen zudem immer die Kosten im Blick behalten.
Von welcher unübersichtlichen Entwicklung im Großhandelsmarkt sprichst du?
MS: Mit 'fpe' ist uns einer unserer größten Kunden abhandengekommen. Es gibt neue Geschäftsleitungen, neue Ansprechpartner, das hat Auswirkungen.
Wie entwickeln sich die unterschiedlichen Vertriebskanäle für euch?
MS: Der Großhandel ist und bleibt unser absoluter Haupt-Vertriebskanal. Wir verspüren eine sehr große Akzeptanz unserer Produkte im Fachhandel. Neben der Produktentwicklung fließt ein Großteil unserer Arbeit in die maßgeschneiderte Entwicklung von Verkaufstools für den Handel. Als Beispiele seien hier nur zu nennen, die Scherenmatrix, die Außendienst Videobox, diverse von uns produzierte Produktvideos und unsere Nextcloud, mit einer riesigen Datenbank mit digitalem Bildmaterial zum freien Download. Die Außendienstmitarbeitenden des Großhandels sind für uns der entscheidende Erfolgsfaktor und wir versuchen uns immer, in sie hineinzuversetzen und ihnen die Tools & Skills an die Hand zu geben, ihren Kunden eine bestmögliche Beratung zu gewährleisten.
Lars Nöckel: Im B2B Bereich entwickelt sich unser Webshop immer besser, was uns die Auftragsabwicklung sehr erleichtert. Wir haben zudem einen Webshop B2B Webshop für unsere Großhandelskunden eingerichtet, in dem unsere Kunden Ihre Bestellungen direkt in unser System eingeben können. Diese wird auch immer häufiger genutzt. Das direkte Salon-Online-Geschäft spielt bei uns umsatztechnisch aktuell keine große Rolle. Als Informations- und Serviceportal für den Endkunden jedoch umso mehr. Hier wollen wir zukünftig eine stärkere Position einnehmen.
Ihr seid ein starkes Dreierteam, wie teilt ihr Verantwortlichkeiten?
MS: Zuallererst möchte ich klarstellen, dass ohne unser Top-Office Team, im Wesentlichen bestehend aus Annette Köhler und Christine Gemke gar nichts gehen würde. Was uns drei angeht, ist Christian bei uns der Großhandelsexperte. Er ist für die inhaltliche Komponente des, vor allem inländischen Geschäfts zuständig, plant und entwickelt die Sortimente, koordiniert die laufenden Aktionen und leitet den Einkauf aus Asien.
Lars ist verantwortlich für alle IT-Themen und ist zudem unser Personalchef. Im Verkauf ist er für unser Benelux Geschäft verantwortlich und wird zunehmend auch die weiteren Märkte bearbeiten. Geplant wird er in 2027 die Geschäftsleitung übernehmen.
Und ich bin als Geschäftsführer immer noch für die finale Strategie verantwortlich und kümmere mich hauptsächlich um die Kundenbetreuung im In- und Ausland, wobei der skandinavische Markt eine wichtige Rolle spielt.
Hochpreisig vs. Niedrigpreisig – Wie hat sich das Kaufverhalten bei Scheren im Markt verändert?
Christian Müller: Der Markt für sehr hochpreisige Scheren als Luxusobjekt ist aktuell etwas rückläufig. Da wird doch schon häufiger gespart. Kunden wünschen und fordern jedoch eine gute Beratung und sind dann auch bereit einen fairen, angemessenen Preis für ihr Werkzeug zu zahlen.
Gibt es eine Schmerzgrenze beim Scherenkauf?
CM: Aktuell liegt diese bei ca. 300 €. Vor allem auf Messen hat man früher gerne sehr teure Scheren gekauft, auch das hat sich geändert.
Wie hat sich die eigens entwickelte Scherenmarke e-kwip etabliert?
LN: e-kwip als Eigenmarke gibt es ja schon seit über 20 Jahren. Neu ist das Upgrade auf e-kwip+ (plus) mit der 3-Jahres gratis Servicepauschale. E-kwip+ wird vom Markt extrem gut angenommen, vor allem weil es sowohl dem Salonkunden, als auch dem Verkaufsberater ein extrem hohes Sicherheitsgefühl bei so einem empfindlichen Werkzeug gibt.
Was kostet eigentlich ein Schleifservice?
CM: Ca. 40,- Euro, Kunden erhalten das gratis zum e-kwip+ Scherenkauf für drei Jahre dazu. Das ist ein Riesenplus für diese Scheren. Dieser Service wird gut genutzt, mindestens einmal jährlich. Das hat den zusätzlichen Nutzen, dass wir auch sicherstellen können, dass die Schere immer in qualitativem Topzustand ist.