Wann Weglassen wirklich sinnvoll ist
Kommen wir jetzt zum Anfang zurück und meiner Mäkelei am Essen. Denn wie du sicherlich aus eigener Erfahrung weißt, nicht jeder mag alles.
Um unseren Kunden die Auswahl an Dienstleistungen zu vereinfachen (gerade online) bieten viele Friseure mittlerweile Pakete an. Oft werden diverse Anwendungen wie Kopfmassagen auch als Signature-Behandlung ohne Erwähnung in den Service eingebaut.
Das ist alles großartig, vereinfacht dem Kunden die Buchung und dem Team einen gleichbleibenden Dienstleistungsablauf.
ABER!
Jeder Kunde ist individuell und hat eigene Bedürfnisse. Wir haben hochsensible Kunden, Kunden mit Traumata, mit schlechten Erfahrungen oder einfach nur kleinen Macken. Wir schauen auf alle Köpfe drauf, aber rein können wir nicht sehen.
Unsere Kunden sollen sich bei uns wohlfühlen und entspannen, den Alltag vergessen, sich schön und geborgen fühlen, sie sollen Vertrauen zu uns haben.
Doch wann haben sie die Chance, unseren Service auf sich anzupassen? Zu wählen, ob sie die Kopfmassage nun haben möchte, oder nicht?
Es geht individueller
Der „Silent Cut“ war ein großer Schub in diese Richtung. Ich sage, es geht noch individueller. An welchem Punkt haben Kunden die Möglichkeit, Dinge aus dem Servicepaket ab- oder umzuwählen?
Wo in der Terminbuchung ist es möglich gleich zu sagen: „Ich möchte keine Kopfmassage.“ Und dafür auch wirklich ernst genommen zu werden.
So wie ich keinen Koriander an meinem Essen mag, hasst mein Mann Kopfmassagen beim Friseur. Für ihn macht das einen Salonbesuch zur Qual.
Erwähnen Kunden am Telefon solche Wünsche, werden sie oft nicht notiert. Es wird gelacht. Jeder mag doch Kopfmassagen (und bitte, das ist ein Beispiel).
Stattdessen sollten wir es notieren und beim Besuch umsetzen. Wir können in der Onlinebuchung wählen lassen, welche Anwendung weggelassen werden soll. So wie wir es ja auch beim Lieferdienst für unsere Pizza machen.
Und ACHTUNG! Hier geht es nicht darum, den Preis zu drücken. Hier geht es einzig und allein um individuelle Bedürfnisse und Rücksicht. Denn wenn ich beim Essen den Koriander weglassen möchte, kostet es deswegen auch nicht mehr, es geht mir aber besser. Und im „schlimmsten“ Fall zahle ich für die Änderung sogar 2€ mehr. Mach’ ich auch gerne, mit extra Trinkgeld.
Individualität durch Zusatzdienstleistungen und bewusstes Weglassen können viel bewegen. Der Weg zu mehr Umsatz liegt genau dort!