Offene Kommunikation als Ziel
Beim Linzer Salonunternehmer Gert Bachmayr entscheiden über alles die Mitarbeiter: Ob Einkauf, Sicherheit, Social Media, jeder hat seinen eigenen, kleinen Bereich. Vor 3 Jahren kam die Königsdisziplin dazu: Die Lohnverhandlung. Seither ist ein vierköpfiges Mitarbeiterteam für Lohnerhöhungen zuständig.
imSalon: Ist es korrekt, dass alle deine Mitarbeiter wissen, was die anderen verdienen?
Gert Bachmayr: Das Lohnverhandlungsteam kennt alle Gehälter. Nachdem das Team aber jährlich wechselt, erübrigt sich die Frage irgendwann. Es weiss auch jeder, wer in der Gehaltshöhe vor und hinter einem liegt, um besser vergleichen zu können.
Was, wenn ein Mitarbeiter das nicht möchte?
GB: Manche wollen sich nicht vor den Kollegen erklären, dann reden sie einfach mit mir.
Macht es das für dich als Chef leichter?
GB: Früher waren die Gehaltsverhandlungen zwar ratfatz erledigt, aber jetzt ist es wesentlich leichter, weil insgesamt glücklicher. Es gibt dadurch keinen Neid und Missgunst und es wird klarer, warum nicht nach Stunden, sondern nach Leistung bezahlt wird.
Was hat sich wirklich verändert seit du dieses System hast?
GB: Die Idee dahinter ist, dass die Kommunikation offener angenommen wird. Sagt man als Chef einer Mitarbeiterin, dass sie z.B. ihren Kollegen mehr helfen könnte, denkt sie sich: "So ein Arsch". Wenn aber Kolleginnen sagen, dass sie sich mehr Hilfe wünschen, denkt sie drüber nach und verdaut es besser.
Würdest du dieses System anderen Salons empfehlen?
GB: Jeder Unternehmer macht seinen Job aus unterschiedlicher Motivation. Ich mache nur, was mir Spass macht und gebe alles andere ab. Man muss dafür aber auch teilen können und den Leuten Geld geben wollen. Bei mir funktioniert alles so gut, weil ich ein so wundervolles Team habe - das ist überhaupt die Grundvoraussetzung!