Klappt das auch bei deinen Mitarbeiterinnnen?
ND: Es gab sogar einmal den Fall bei einer Kurzhaar-Kundin, die unbedingt einen XS-Schnitt, also 30 Minuten, bei meiner Mitarbeiterin buchen wollte. Ich habe ihr unser Konzept noch einmal erklärt und ihr gesagt, dass mein Team nichts in die Länge zieht und ihr verständlich gemacht: „Für deine Haare musst du eine Stunde bezahlen. Wenn du das nicht möchtest, musst du dir einen anderen Salon suchen.“
Du hast selbst die Lehre gemacht und in Salons wird sehr oft Wert daraufgelegt, schnell zu sein und viele Kunden zu schaffen. Warum hast du dich für den anderen Weg entschieden?
ND: Ich hatte schon immer ein unternehmerisches Denken, in der Lehre sowie als Mitarbeiterin. Damals war mir schon klar: Je schneller du arbeitest, desto ungenauer wird deine Arbeit. Deswegen: Höhere Preise, keine Abfertigung.
In Zeiten von Genderbending und Diversität, führst du den Herrenhaarschnitt extra an. Wie kalkulierst du bei Männern mit langem Haar?
ND: Der Herrenhaarschnitt ist mit 40 Minuten + Materialkosten extra angeführt. Es ist eigentlich kein Unterschied. Wir haben den Schnitt extra angeführt, damit keine Fragen aufkommen. Es gibt bei uns Kinderhaarschnitte auf der Preisliste. Bis 12 Jahren werden diese im 10-Minuten-Takt abgerechnet. Ich bin Mutter von 3 Jungs und ich weiß, wie anstrengend es sein kann, mit Kindern zum Friseur zu gehen. Deswegen: Kind darauf vorbereiten und vor dem Friseur-Termin austoben lassen. Je weniger Zeit, umso günstiger wird es. (lacht)
Hast du Empfehlungen für eine Umstellung auf eine Minutenkalkulation?
ND: Den eigenen Laden nicht durch die rosarote Brille sehen.