Warum hast du als Stuhlmieter begonnen?
„Ich habe ursprünglich in L.A. das Konzept Stuhlmiete entdeckt und war so begeistert von dem Modell, da das ein Salon war, der rein Stuhlmieter beherbergt hat. Als ich dann nach Deutschland zurückgekommen bin, habe ich einen Freund gefragt, ob er das machen würde, da ich zu dem Zeitpunkt noch ein zweites Standbein, die Musik, hatte und sozusagen 50:50 gemacht habe. Aber der Friseurjob hat mir immer die Sicherheit gegeben und insgesamt war ich dann 14 Jahre lang als Stuhlmieter beschäftigt.“
Welche Vorteile hatte das Konzept von Stuhlmiete für dich?
„Die Vorteile waren für mich finanziellen Bereich, da ich nicht so den finanziellen Background hatte und mich nicht gleich selbstständig machen hätte können. Als Stuhlmieter hat man nicht so hohe Kosten und natürlich war mir auch der Spaßfaktor mit meinen Kollegen wichtig, wir haben uns immer gut verstanden und es war einfach immer jemand da, es hat nie Schwierigkeiten gegeben.
Wie hast du denn damals deinen Arbeitsalltag geregelt?
Wir haben es damals so geregelt, dass ich meine Termine über mein Telefon organisiert habe. Die Einrichtung war vorhanden, das heißt ich konnte alles verwenden. Aber wenn es etwas gab, dass ich gebraucht habe, dann habe ich das nach Absprache besorgt und installiert. Aber immer alles gegen Absprache.“
„Ich glaube das wichtigste als Stuhlmieter ist, dass man sich unterordnen kann [...]"
Welche Eigenschaften muss man überhaupt mitbringen, um als Stuhlmieter zu „überleben“?
„Ich glaube das wichtigste als Stuhlmieter ist, dass man sich unterordnen kann, man muss sich an die Gepflogenheiten des Salons anpassen und ich habe damit kein Problem gehabt am Anfang. Denn natürlich muss man sich arrangieren, wenn es um die Saloneinrichtung oder um die Produkte geht.“
Würdest du das auch als Nachteil nennen?
„Ja, dass man einfach auf den Stil des Salons nicht viel Einfluss hat.“
Wie habt ihr das mit den Produkten geregelt?
„Bei den Produkten habe ich zuerst die von meinen Kollegen mitbenutzt. Ich die verwendeten Produkte wurden nach Tuben aufgeschrieben bzw. die Farbe abgewogen und so haben wir die Ware abgerechnet. Irgendwann habe ich mich dann weiterentwickelt und wollte mehr mit TIGI arbeiten.“
„Ich fand den gegenseitigen Austausch immer toll."
Rückblickend auf deine Zeit als Stuhlmieter, was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
„Ich fand den gegenseitigen Austausch immer toll. Natürlich kann man es so handhaben, dass jeder sein eigenes Ding durchzieht, aber wir haben uns ganz gerne vom anderen etwas abgeschaut und gegenseitig voneinander gelernt. So war die Kultur zumindest bei meinem Kollegen und mir