Schönheitseingriffe wirken längst „normal“. Weil sie verfügbar sind. Weil sie kaum noch tabu sind. Weil sie in Social Media wie ein Shortcut zu Selbstvertrauen verkauft werden. Glätten, liften, auffüllen – technisch brillant, oft auch gut gemeint. Die Beautybranche machts möglich.
Tetyana Aleks, Friseurin, Maskenbildnerin, Konzeptkünstlerin und Philosophin hält uns mit ihrem jüngsten Kunstprojekt „ECHT“ den Spiegel hin - nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer einfachen, unbequemen Frage: In welche Richtung entwickeln wir uns da eigentlich? Wenn Altern zum Makel wird, den man „behandeln“ muss, läuft etwas schief. Dann ist nicht die Falte das Problem, sondern der Gedanke, dass sie weggehört.
Haltung statt Optimierung
Tetyana Aleks arbeitet seit Jahren mit Gesichtern und somit mit dem, was Menschen beschäftigt, wenn sie sich selbst ansehen: Angst, nicht zu genügen. Angst, älter zu werden. Angst, „falsch“ zu wirken. Genau deshalb trifft ihr Satz so: „Schönheit hat nichts mit Glätte im Gesicht zu tun.“
Dabei kennt sie es selbst, Botox zu probieren – aus reiner Neugier, aus dem Wunsch, nicht „finster“ zu schauen. Und weil es rundherum alle machten, wurde es irgendwie normal, bis sie bemerkte, dass nicht die Zornfalte ihr Thema war, sondern der Druck, sie bekämpfen zu müssen.