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Credit: Sabine Starmayr

16.12.2025

„Schönheit ist kein Glättegrad“

Wenn Natürlichkeit zum Statement wird ... Tetyana Aleks ist Friseurin, Maskenbildnerin, Künstlerin, Philosophin. Ihr Kunstprojekt ECHT hinterfragt den Schönheitswahn und lässt Frieden mit eigenen Ansprüchen schließen.

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Schönheitseingriffe wirken längst „normal“. Weil sie verfügbar sind. Weil sie kaum noch tabu sind. Weil sie in Social Media wie ein Shortcut zu Selbstvertrauen verkauft werden. Glätten, liften, auffüllen – technisch brillant, oft auch gut gemeint. Die Beautybranche machts möglich.

Tetyana Aleks, Friseurin, Maskenbildnerin, Konzeptkünstlerin und Philosophin hält uns mit ihrem jüngsten Kunstprojekt „ECHT“ den Spiegel hin - nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer einfachen, unbequemen Frage: In welche Richtung entwickeln wir uns da eigentlich? Wenn Altern zum Makel wird, den man „behandeln“ muss, läuft etwas schief. Dann ist nicht die Falte das Problem, sondern der Gedanke, dass sie weggehört.

Haltung statt Optimierung

Tetyana Aleks arbeitet seit Jahren mit Gesichtern und somit mit dem, was Menschen beschäftigt, wenn sie sich selbst ansehen: Angst, nicht zu genügen. Angst, älter zu werden. Angst, „falsch“ zu wirken. Genau deshalb trifft ihr Satz so: „Schönheit hat nichts mit Glätte im Gesicht zu tun.“

Dabei kennt sie es selbst, Botox zu probieren – aus reiner Neugier, aus dem Wunsch, nicht „finster“ zu schauen. Und weil es rundherum alle machten, wurde es irgendwie normal, bis sie bemerkte, dass nicht die Zornfalte ihr Thema war, sondern der Druck, sie bekämpfen zu müssen.

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Foto: Johann Wimmer

Altern als Makel? Ein gesellschaftliches Missverständnis

Unsere Gesellschaft hat Altern zu einer Krankheit erklärt und Natürlichkeit zu einem Akt des Mutes. Prominente wie Sarah Jessica Parker werden weniger für ihr Können als für graue Haare und Falten bewertet. Altern wird skandalisiert, Jugend idealisiert: „Wann ist das passiert, dass Altern zu einem Verbrechen wurde, selbst zu sein zu einer Schande, und das eigene Alter anzunehmen, zu einem gesellschaftlichen Skandal?“, fragt Tetyana Aleks.

25 Frauen, eine Wahrheit: ECHT

Aus dem heraus entstanden gemeinsam mit Fotograf Johann Wimmer und Videokünstler Robert Breber das Projekt ECHT: 25 Porträts von Frauen, mit bekannten Persönlichkeiten und ebenso Frauen aus dem „echten Leben“. Was sie verbindet ist der Druck, schön, stark und funktionierend zu sein. Die Botschaft ist wohltuend unaufgeregt: Alter ist keine Schwäche, sondern Erfahrung. Jede Falte ein Beweis für gelebtes Leben.  

Das Projekt richtet sich nicht gegen Kosmetik, Ästhetik oder Schönheitsbehandlungen per se, denn diese Möglichkeiten können durchaus Gutes bewirken. „Was mich traurig macht, ist die Richtung, in die sich das Ganze entwickelt. Diese Branche wächst so schnell, dass sie nicht mehr stärkt, sondern verunsichert. Uns wird Altern als Defekt verkauft und Jugend als Produkt.“, so Tetyana. 

„Für mich ist ECHT ein Weckruf – ich will, dass Frauen aufhören, zu verzweifeln, weil sie älter werden. Ich sehe Mädels mit 25, die schon Botox spritzen. Sie sind wunderschön und trotzdem voller Angst. Und ich sehe Frauen mit 80, die lachen, tanzen, lieben.(...)  Alter ist keine Zahl, sondern Energie. Schönheit ist keine Oberfläche, sondern eine Haltung.“ 

Und so sieht Tetyana Aleks ECHT als eine Einladung. Zum Innehalten. Zum Hinschauen. Zum Sich-selbst-Umarmen – im Spiegel, im Foto, im Leben.

Oder, wie sie es selbst leise formuliert: ECHT ist vielleicht meine eigene Art, Frieden mit mir zu schließen.

Über „ECHT“

„ECHT – Frauen, die sich nicht beugen“ porträtiert 25 Frauen zwischen 40 und 80 Jahren – prominente Persönlichkeiten und Frauen aus dem „normalen“ Leben. Gemeinsam setzen sie ein Zeichen gegen das Diktat von „jünger, glatter, makelloser“ und stehen für Mut, Würde und Selbstakzeptanz.

Umgesetzt als Zusammenspiel aus Fotoporträts (Johann Wimmer) und Videoinstallation (Robert Breber). Das Projekt gipfelte im November als eine Ausstellung in Wels (Oberösterreich).


Über Tetyana Aleks:

  • geboren und aufgewachsen in Lemberg/Ukraine, begonnen als Friseurin 2011
  • Studium Kunstgeschichte & Philosophie an der KTU Linz
  • heute Maskenbildnerin, Friseurin, Visagistin, Stylistin, Konzeptkünstlerin in Linz
  • Seit rund 15 Jahren in unterschiedlichen Settings tätig: internationale Filmproduktionen, Berlin Fashion Week, ORF-Formate
  • Früheres Projekt: ►New Religion – Another Perspective“ (über Schattenseiten der Modeindustrie und den Preis von Perfektion)
  • Aktuelles Projekt: „ECHT“ – vom Systemblick hin zur Frage nach Würde, Identität und dem Mut, man selbst zu bleiben.
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