Dein Erfolgsrezept?
SG: So habe ich das selbst erlebt und so gebe ich es weiter. Natürlich gibt es Enttäuschungen, aber im Großen und Ganzen sind meine MitarbeiterInnen sehr loyal und können mich auch jederzeit Tag und Nacht anrufen. Das war vor allem in der Corona-Zeit wichtig, dass wir immer für sie da waren.
Wie geht ihr damit um?
SG: Wir helfen, wo es geht.
Was bringt die nächste Generation noch mit?
SG: Die bringen schon sehr viele Ideen mit ein. Wie jetzt z. B. die Insta Schaukel im Eingangsbereich. Wahnsinn, was sich da tut. Die jungen Stylisten holen sich kreatives Know-how auf YouTube und anderen Social Media Kanälen. Sie schauen sich Videos von Farbtechniken und den neuesten Trends an, trainieren dann Rezepturen und Techniken im Salon und suchen sich die passenden Kunden dazu, um Ihre Ideen umzusetzen. Das ist alles viel spielerischer und macht ihnen super viel Spaß. Das zeigt auch, wie spannend diese neue Generation ist. Wir müssen nur offen dafür sein.
Die Branche ist nach außen noch immer sehr männerlastig, woran liegt das deiner Ansicht nach?
SG: Für mich ist wichtig, dass die Salons gut laufen und die Mitarbeiter zufrieden sind und nicht das, was die anderen denken. Ich glaube, bei Männern ist das eher andersrum. Man muss loslassen können, das können viele Männer nicht. Die nächste Generation gehört gefördert und unterstützt.
Loslassen an die nächste Generation?
SG: Genau! Mitarbeiter wollen Verantwortung und ich gebe ihnen diese gerne. Das Loslassen tut mir auch sehr gut.
„…eine gute Mischung aus Jungmüttern und JungfriseurInnen…“
Was bietest Du MitarbeiterInnen noch?
SG: Ein/e gute/r MitarbeiterIn wird sehr gut und leistungsbezogen bezahlt. Arbeitszeittechnisch ist alles möglich, auch die 4-Tage-Woche. Ich habe eine gute Mischung aus Jungmüttern und Jungstylistinnen. Die eine mag um 16:00 gehen, die andere lange schlafen, gerade im Mariahilfer Salon ist das gut koordinierbar.
„Die Mädchen wollen heute wunderschöne lange gepflegte Haare, wie sie es in der Werbung sehen.“
Welche Dienstleistungen werden immer wichtiger?
SG: Die Pflege der Haare ist ganz wichtig. Farbtechniken verändern sich immer wieder, jetzt ist es halt die Balayage, aber auch Painting ist wieder im Kommen. Wie schon gesagt, die Pflege der langen Haare wird immer wichtiger. Früher hat man Haare tot gefärbt oder blondiert. Die Damen, jungen Frauen wollen heute wunderschöne lange gepflegte Haare, wie sie es in der Werbung sehen.
Wo liegt euer Verkaufsanteil bei Produkten?
SG: Bei durchschnittlich 15 % in allen Salons!
Gibt es andere Dienstleistungen, die wachsen?
SG: Durch die Lockdowns sind viele von den Gelnägeln abgekommen, haben jetzt wieder Naturnägel. Dadurch sind Maniküre aber auch die Wimperndauerwelle stark im Kommen.
Liebe Sybille, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin so viel Freude und Erfolg.
Über Sybille Grießner
Sybille Grießner denkt noch nicht ans Aufhören, aber bereitet die Nachfolge konsequent vor. Der neue Salon auf der Mariahilfer Straße heißt entsprechend Next Generation. Darauf stehen auch MitarbeiterInnen, die sie mit ihrer eigenen Führungsphilosophie motiviert und loyal hält.
Sybille Grießner beschäftigt knapp 50 MitarbeiterInnen, darunter 20 Lehrlinge.