Trinkgeld: Geschenk des Kunden, nicht Lohn, wird allgemeinhin argumentiert. Vor allem über das zusätzliche Einkommen zum häufig gezahlten Basisgehalt wird von vielen Friseurinnen und Friseuren hochgeschätzt.
Die Diskussion über die Abschaffung der Trinkgeldpauschale betrifft aus diesem Grund insbesondere das Friseurhandwerk. Die Trinkgeldpauschale ermöglicht es Friseuren, pauschalierte Beträge als Grundlage für Sozialversicherungsbeiträge zu verwenden, ohne detaillierte Aufzeichnungen über erhaltene Trinkgelder führen zu müssen. Derzeit beträgt die Pauschale 70 € monatlich für ausgelernte Friseure und 22 € für Lehrlinge.
Was für die Beibehaltung der Trinkgeldpauschale spricht
1. Soziale Absicherung
Die Pauschale ermöglicht es, Trinkgelder in die Sozialversicherungsbemessung einzubeziehen, was sich positiv auf Pensionsansprüche auswirkt.
Es geht hier nicht um Riesenbeträge, aber im Laufe von einem Arbeitsleben kommt auch hier einiges zusammen.
2. Verwaltungsvereinfachung
Durch die Pauschalierung entfällt die Notwendigkeit, genaue Aufzeichnungen über erhaltene Trinkgelder zu führen, was den administrativen Aufwand für Betriebe reduziert.
3. Rechtssicherheit
Die Pauschale bietet eine klare Regelung für die Behandlung von Trinkgeldern, was sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber Rechtssicherheit schafft.
Was für die Abschaffung der Trinkgeldpauschale spricht
1. Geringe Transparenz
Die Pauschale basiert auf Schätzungen und spiegelt nicht die tatsächlichen Trinkgeldeinnahmen wider, was zu Ungerechtigkeiten führen kann.
2. Ungleichbehandlung
Nicht alle Dienstleistungsberufe profitieren von einer Trinkgeldpauschale, was zu einer Ungleichbehandlung zwischen verschiedenen Berufsgruppen führt.
3. Bürokratische Entlastung der Betriebe
Trinkgeldeinnahmen, egal ob bar oder digital, könnten zukünftig als Durchlaufposten betrachtet werden.
4. Verändertes Zahlungsverhalten
Mit dem Anstieg von Kartenzahlungen wird die direkte Übergabe von Trinkgeldern seltener, was die Relevanz der Pauschale in Frage stellt.
An einer tatsächlichen Einsicht der Trinkgelder ist jedoch niemand interessiert, um zu vermeiden, dass die Trinkgeldpauschale angehoben wird oder tatsächliche Trinkgeldbeträge zum Einkommen hinzugezählt würden.
5. Offizielle Kommunikation der Trinkgeldmöglichkeiten
Was wollen Friseure?
"Lasst den Mitarbeitern ihr Trinkgeld! und nehmt uns Unternehmern die Angst Trinkgeld transparent zu machen." bringt es ein Unternehmer auf den Punkt.