"Ich war als ÜBA-Fachtrainerin tätig und kann mich der Meinung von Herrn Schaider und Frau Karagöz nur anschließen. ►Artikel Friseurinnung Wien trifft AMS-Chef Kopf
Die ÜBA ist keine wirtschaftsnahe Ausbildung, dafür fehlt der regelmäßige Kundenkontakt, auch das tägliche Arbeiten am Kunden geht unter.
90% der jungen Erwachsenen im ÜBA-Friseur-Programm wollen den Beruf nach der LAP nicht weiterführen. Laut den Aussagen der Lehrlinge sind die Sozialleistungen, die die überbetriebliche Ausbildung mit sich bringen, der Ansporn, diese durchzuziehen.
Es wird ihnen alles in die Hände gelegt: Wohnungen, psychologischer Betreuung, Hilfe bei Anträgen für gewisse finanzielle Unterstützungen usw. Wer davon redet, dass Lehrlinge in der ÜBA mehr lernen und eine bessere Ausbildung mit sich bringen, lügt sich selbst ins Gesicht.
Diese Lehrlinge beginnen eine 4-jährige duale Ausbildung, in welcher sie theoretische und praktische Fähigkeiten erlernen können. Leider aber ist dies mit den Teilnehmenden nicht möglich. Sie können kommen und gehen, wann sie wollen, hohe Krankenstände werden ohne Konsequenzen geduldet, Praktikums-Abbrüche sind an der Tagesordnung.
Es gibt auch eine Art "Freunderlwirtschaft" in der ÜBA: Die Lehrlinge kennen sich schon vor Beginn der Ausbildung. Es dürfte sich herumsprechen und mehr Jugendliche in die ÜBA ziehen, mit der Begründung "Wenig Arbeit, mehr Geld".
Leider unterstützt das AMS diese Lehrlinge, die oft gar nicht für den Beruf geeignet sind oder, noch schlimmer, gar nicht den Friseurberuf erlernen möchten. Hauptsache, sie scheinen nicht mehr in der Arbeitslosen-Statistik auf.
Ich könnte ihnen noch viel mehr darüber berichten..."
Anonym, Name der Redaktion bekannt