Puh! Gibt es hier einen Favoriten?
CB: Wow, das ist schwer! Wenn ich in Skandinavien bin, finde ich das so wunderschön, diese Menschen, diese Landschaft, vor allem im Winter! Oder die Polen! In Krakau war ich geflasht, wie schön das dort ist, wie historisch. Dann Griechenland, Spanien, Portugal…, das Mediterrane, diese Familienkultur, wie die Generationen miteinander leben. Jedes Land hat soviel Schönes an sich.
Viele Kulturen. Viele Religionen. Woran glaubst du?
CB: Ich glaube an das Leben! Ich bin in der Schweiz aufgewachsen, in einem katholischen Internat unter Nonnen! Ich arbeite viel in muslimischen Ländern, ich kenne den Buddhismus aus Sri Lanka. Ich will einfach die Welt sehen, so viele Menschen wie möglich kennenlernen und die Kulturen in mich aufsaugen.
Hättest du dir jemals träumen lassen, was du mit deiner Friseurausbildung erreicht hast?
CB: Meine Mutter sagte mal zu mir: „Weißt du, schon als Kind hast du geträumt, die Welt zu bereisen, dich mit deinem Koffer am Flughafen stehen sehen. Und jetzt lebst du das.“ (lacht) Ich hätte nie gedacht, dass das so kommt.
Dein Karriererezept?
CB: Ich bin einfach immer nur mit dem Flow gegangen. Bei meinem ersten Paul Mitchell-Training war ich so inspiriert, dass ich nur dachte: Cool, das will ich machen!
Paul Mitchell - warum?
CB: Salonexklusivität und: (strahlt) John Paul! (Anm. John Paul DeJoria, Founder)
Du kennst ihn persönlich?
CB: Natürlich, er ist ja mein Chef und ich habe ihn auch schon oft auf seinen Reisen in Europa begleitet.
"Ich dachte, komm, das ist doch alles bloß Marketing!"
Wie ist John Paul so hautnah?
CB: Ich verehre ihn so, wie es jeder in dieser Firma tut. Er lebt vor, was Paul Mitchell verkörpert. Anfangs dachte ich, komm, das ist doch alles bloß Marketing! Aber nein, das ist ER! Das ist John Paul! Wenn er den Raum betritt, ist er voll da. Giving Back, das ist das, was mich so inspiriert! Du merkst das beim internationalen Gathering in Las Vegas. Wir sind eine große Familie! Das ist der Grund, warum ich für diese Firma arbeite.
Du warst heuer beim Hair Camp in Wien auf der Bühne. Was macht es in puncto Education so besonders?
CB: Spirit und Leidenschaft für die Friseure. Diese Energie spürst du da immer besonders. Teamwork ist hier wichtig, alles geht Hand in Hand. Alle bewegen sich hier auf einem Level. Bei uns gibt es keine Anarchie, jeder ist wichtig, ob Noah Wild oder New Talents. Das einzige, das uns unterscheidet, sind unsere verschieden Aufgabenbereiche.
Stehst du noch im Salon?
CB: Ja. 4 Tage im Monat in Chur (Schweiz). Wie kann ich schulen, wenn ich nicht mehr praktisch arbeite?
Wer schult denn eigentlich dich?
CB: Gute Frage! Ich habe Mentoren überall auf der Welt. Egal, wo und bei wem ich mich wieder pushen möchte, fliege ich zu ihnen und lasse mich schulen. Oder wir schulen uns gegenseitig.
"18 Monate ohne festen Wohnsitz, da habe ich gelernt zu reduzieren."
Was war deine längste Reise?
CB: 18 Monate ohne festen Wohnsitz. (lacht) Da habe ich gelernt, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Wie lange kommst du mit einem Handgepäckkoffer aus?
C.B.: Drei Wochen kriege ich hin.
Was ist immer dabei?
CB: 1. Pantoffeln, weil ich es hasse, barfuß über den Hotelzimmerboden zu laufen, geht gar nicht!
2. Heels für die Bühnenauftritte und
3. Meine Flughafenschuhe, weil wir laufen ja extrem viel.
Das einzige Problem sind meine Scheren! Ich bin Linkshänderin, stolze Linkshänderin! Ich kann mir also nicht irgendeine Schere ausleihen.
Die deutsche friseurakademie z.B. macht ja immer wieder mal ein Linkshänder-Seminar.
CB: Ehrlich? Eine Marktlücke! Auch die Scheren! Du hast 10.000 Rechtshänder-Versionen, bei Linkshändern vielleicht vier. Mehr davon bitte!
Ich bin auch so ne Linke! Kann mit rechts kein Messer benützen.
CB: Oder eine Büchse öffnen! Ich denke immer: Bin ich so bescheuert? Das Fenster aufmachen ist für Rechtshänder oder der Ständer vom Fahrrad … das ist alles rechts.
Alles rechts, wir brauchen mehr links!
CB: Das darfst, glaub ich, gar nicht sagen.
Also gut, hören wir auf! Corina, es hat mich sehr gefreut.