Im Gespräch mit Katja Ottiger
Du produzierst Haarbilder und Haarschmuck aus Echthaaren - warum?
Alex Moser: Nachdem ich bei den Austrian Hairdressing Awards mehrmals die ►Kategorie Avantgarde gewonnen hatte, buchte mich das Kaufhaus „Steffl“ als Künstler für die Auslagendekoration. Daraufhin habe ich angefangen, mich mit der Geschichte der Kunst aus Haaren zu beschäftigen, habe mir in Museen Schmuckstücke speziell aus dem Viktorianischen Zeitalter angeschaut und diesbezüglich recherchiert. Hast du gewusst, dass es im 19. Jahrhundert eine eigene Sparte für Haarkunst gab und dass es um 1880 in Wien ca. 100 eingetragene Haarkünstler gegeben hat?
„Um 1880 gab es in Wien ca. 100 eingetragene Haarkünstler.“
Wow, nein. Was haben die gemacht?
AM: Erinnerungsstücke und Haarbilder. Zu diesen Künstlern konnte man seine eigenen Haare bringen oder die von Verstorbenen und sich daraus Erinnerungsstücke anfertigen lassen. Als es noch keine Fotografien gab, war das eine Möglichkeit des Andenkens. Der Überbegriff „Klosterarbeit“ ist heute noch geläufig. Solche Arbeiten findet man meistens im religiösen Zusammenhang mit Madonnenfiguren und Kunstblumen in Schaukästen oder in Bilderrahmen.