Im Gespräch mit Birgit Senger
Attila, warum sind Haare der perfekte Werkstoff für deine Kunst?
Attila Can: Ein Haar liefert unterschiedliche Strukturen und Längen, aus denen sich viele Texturen kreieren lassen. Ich kann mit Haaren sehr viel anfangen. Während ich diesen Werkstoff bearbeite, sorge ich nicht nur dafür, dass meine Kunst entsteht, sondern auch, dass der Mensch dadurch ein gutes Gefühl bekommt.
„Meine Kunst erschaffe ich am Menschen. Durch das, was meine Hände erschaffen, siehst du die Welt durch meine Augen.“
Der Anblick eines Gemäldes erweckt in jedem ein anderes Gefühl. Meine Kunst erschaffe ich am Menschen. Durch das, was meine Hände erschaffen, siehst du die Welt für einen Moment durch meine Augen.
Sind für dich alle Friseur*innen Künstler*innen?
AC: Auf ihre Art und Weise garantiert. Sicherlich gibt es hier und da Kunst, die nicht jeder versteht. Alles hat seine Berechtigung. Ob eine Frisur gefällt, liegt im Auge des Betrachters. Wenn wir uns Trends anschauen, haben wir das doch auch: Es gibt Richtungen, die findet man gut und andere fühlt man überhaupt nicht. Kunst weckt in jedem ein anderes Gefühl und entwickelt sich immer weiter.
"Kunst weckt in jedem ein anderes Gefühl und entwickelt sich immer weiter."
Wie deutlich ist deine Kunst für deine Kund*innen spürbar?
AC: Schwierig zu sagen. Ich bekomme von vielen meiner Kund*innen das Feedback, das ich anders an ihrem Kopf arbeite, als sie das vorher beim Friseur gewohnt waren.
"Ich mache kein Schnickschnack am Kopf, sondern mag es, wenn jeder Handgriff sitzt."
Worauf legst du beim Arbeiten wert?
AC: Das fängt damit an, dass ich eine saubere Abteilung mache und meine Handbewegungen eher ruhiger sind. Ich mache gar nicht so viel Schnickschnack am Kopf, sondern mag es, wenn jeder Handgriff sitzt. Ich lege viel Wert auf die Technik des Haareschneidens und darauf, dass meine Kund*innen sich mit dem Schnitt lange wohl fühlen. Ein schönes Feedback ist für mich, wenn ich höre „Mein Partner oder meine Partnerin hat gesehen, dass ich bei dir war.“