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25.09.2025

Bist du noch der Ausbilder – oder schon der Bro?

Die Welt hat sich verändert – Azubis auch. Wer heute noch mit der Ausbildung von vor 20 Jahren arbeitet, darf sich nicht wundern, wenn die jungen Leute schneller wieder weg sind, als die Farbe einwirkt. Wieso „Boomer-Gehabe“ endgültig out ist, beantwortet Daniel Golz.

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Kolumne von Daniel Golz

Hand aufs Herz: Viele haben’s verpennt. Die Welt hat sich verändert – nicht nur die „Jugend von heute“, sondern der Mensch an sich. Und trotzdem hängen noch etliche in der „Friseur-Ausbildung von vor 20 Jahren“ fest, als ob Azubis damals im Blaumann, mit Strickzeug zur Arbeit kamen. Spoiler: Diese Zeit ist vorbei.

Heute muss ich mich als Ausbilder*in genauso mit TikTok, Insta und Co. auskennen wie meine Azubis. Sonst rede ich eine Sprache, die niemand mehr versteht – wie ein Opa, der beim E-Roller den Benzinhahn sucht. Aber was passiert stattdessen? Viele regen sich auf: „Die jungen Leute sind nicht mehr so wie wir damals!“

Ähm, ja – zum Glück nicht. Wir schreiben nicht 1990.

Was viele nicht checken: Ausbildung heute bedeutet, die Menschen anders an die Hand zu nehmen. Modelle gibt’s genug: Azubis, die gleich produktiv mitarbeiten, fair bezahlt werden und sogar Provision verdienen. Geht also.

Aber das setzt eins voraus – Bock auf junge Menschen. Wer da keine Lust drauf hat, soll bitte aufhören, so zu tun, als wäre er „der große Ausbilder“. Dann bist du eben kein Ausbilder mehr, sondern nur noch ein griesgrämiger Boomer mit Kamm.

Und jetzt mal ganz ehrlich: Wollen wir wirklich über die Dunkelziffer der Ausbildungsbetriebe reden, die wirklich gute Arbeit leisten? Die Zahl ist erschreckend niedrig. Traut euch mal, eure Schätzung unten in die Kommentare zu hauen. Ich weiß sie – und glaubt mir: Ihr wollt sie eigentlich nicht wissen.

Für mich als Ausbilder ist das Schönste, mit frischen Köpfen zusammenzuarbeiten. Warum? Ganz einfach: Ich lerne jedes Mal selbst wieder neu dazu. Es hält mich wach, es hält mich jung. Und es macht Spaß, Menschen an unser Handwerk heranzuführen, die genauso wissbegierig sind wie wir früher – nur eben mit WLAN.

Kleiner Witz am Rande: Nach Feierabend mag ich übrigens auch keine Menschen. Da mag ich meine Ruhe. Aber bis dahin? Bin ich lieber der Bro als der Besserwisser.

Lösung zum Mitnehmen:

  • Stell dich auf die neue Zeit ein – Social Media & ChatGPT gehört zur Ausbildung dazu.
  • Bezahl fair und binde Azubis direkt ins Team ein.
  • Sei bereit, selbst zu lernen.
  • Und wenn du keinen Bock auf all das hast: Dann lass es bitte bleiben.
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