Achim Rothenbühler im Zukunftsgespräch
Wie schafft Ihr es, qualifizierten Nachwuchs zu finden?
Achim Rothenbühler: Auch 2024 war die Zahl der Auszubildenden rückläufig. Deshalb ist es extrem wichtig, sich in seiner Region als attraktiven Ausbildungsbetrieb zu positionieren. Ich halte es für sinnvoll, unseren Beruf bzw. unseren Betrieb schon sehr früh beim Nachwuchs als attraktiven und ernstzunehmenden Beruf anzuteasern. Das kann in der Schule in den Klassen 7 und 8 sein, oder über Social-Media-Kanäle wie z.B. TikTok.
Derzeit wechselt jede/r zweite Friseur/in in der Ausbildung während der Lehrzeit den Job. Die Wechselquote in Deutschland über alle Lehrberufe hinweg liegt bei ca.30% und fällt damit geringer aus als in unserer Branche. Diese Zahl macht sehr deutlich, dass wir uns ernsthaft Gedanken über die Qualität unserer Ausbildung im Unternehmen, aber auch in den Schulen machen müssen. Auch den Umgang mit unseren Auszubildenden müssen wir auf den Prüfstand stellen.
Wie kann man den Ausbildungsabbruch verhindern?
AR: Bei J.7 sind wir von Übungsabenden weggegangen, hin zu ganzen Ausbildungstagen. Das zeigt allen, wie wichtig uns als Team die Ausbildung ist und dass diese nicht nach Feierabend bzw. in der Freizeit unserer Mitarbeiter stattfinden muss. Gleichzeit erhöhen wir so die Ausbildungsqualität. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir Auszubildende damit schneller im Salon für abrechenbare Dienstleistungen einsetzbar machen. Diese Vorgehensweise steigert die Motivation der Mitarbeitenden und verringert so die Gefahr des frühen Ausbildungsabbruchs.
Unsere klare Zielsetzung ist es, nach zwei Jahren KollegInnen zu haben, die alles Notwendige für unser Handwerk erlernt haben. J.7 konnten wir so als attraktive Arbeitgebermarke in der Region positionieren. Wir bekommen deutlich mehr Anfragen potenzieller Nachwuchskräfte als zuvor.