Durch das direkte Gespräch kann ich auch das Vorurteil des geringen Verdienstes aufheben. Vor allem nach den letzten und folgenden ►Lohnanpassungen steht unser Beruf auf keinen Fall mehr hinten an und man hat zusätzlich die Möglichkeiten der leistungsbezogenen Entlohnung.
Was sind die häufigsten Fragen der Jugendlichen?
KW: Die Fragen richten sich konkret nach den einzelnen Dienstleistungen, die zu erlernen sind. Da kann ich gut anknüpfen und die vielen Möglichkeiten aufzeigen, die wir als Stylistin und Stylist haben.
Von einer guten Basis-Ausbildung über die Spezialisierung (Schneiden, Färben, Haarerweiterung…) bis hin zur Selbstständigkeit, Franchise, Lehrausbildung; die Arbeit bei Film, Fernsehen, Theater oder im Innen- und Außendienst der Industrie, auf Kreuzfahrtschiffen, als Lehrerin oder Trainer und ja, auch als Social Media Expertin oder Experte. Die Möglichkeiten sind ja wirklich vielfältig.
Ausgehend von diesem Projekt: Warum entscheiden sich Jugendliche gegen eine Friseurausbildung?
KW: Ich sehe nicht, dass sich Jugendliche gegen den Friseurberuf entscheiden, sondern eher die vielfältigen Möglichkeiten unserer Zeit ausschöpfen. Die Zahl unserer Azubis in Kärnten steigt in den letzten 2 - 3 Jahren kontinuierlich an, das werte ich als sehr positiv. Bei den Jugendlichen aus meiner Gruppe, das waren 12, gab es eine Person, die sich eigentlich für einen anderen Beruf interessierte. Nach unserem Gespräch war Interesse geweckt. Sie nahm sich unseren Lehrlingsfolder mit und die Liste der Betriebe aus Kärnten die sich, nach unserer Anfrage durch das Innungsbüro, als Lehrlingssuchend gemeldet hatten.
Nun warst du als Vertreterin der Kärntner Friseurbetriebe vor Ort – wie geht es weiter mit diesem Projekt in Kärnten?
KW: Ich habe den Part stellvertretend für die Ausbildungsbetriebe in Kärnten übernommen, Ich weiß, dass unsere Unternehmen diesen Mehrwert schätzen, denn nur so können wir die Jugendlichen begeistern und in ihrer Berufswahl unterstützen. Vorteilhaft wäre es gewesen, wären Lehrlingssuchende Betriebe direkt vor Ort gewesen."
Dieses Projekt wird im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder stattfinden. Wir haben in Kärnten durch die BBOK weitere Projekte im Frühjahr und im Herbst in den einzelnen Schulen/Klassen, bei denen uns die FBS2 vertritt, und auch einzelne Unternehmer in den Bezirken. Ausbildungsbetriebe können sich gerne an dieser Zusammenarbeit beteiligen und speziell ihren Betrieb präsentieren!