Im Interview mit Juliane Krammer
Hallo Janine, wie läuft es aktuell mit deinem Projekt FettFressHair? Benötigt ihr noch mehr „Haarspenden“ von den Salons?
Im Moment sind wir noch regional auf die Stadt Kiel beschränkt, auch wegen der Lagerkapazitäten der Haare und der Vorbereitung dieser für die Matten- bzw. Ketten-Verarbeitung. Aktuell unterstützen uns 30 Salon, die wir mit dem Fahrrad abfahren, um die Spenden einzusammeln.
Was meinst du mit der Vorbereitung der Haare für die Matten-Herstellung?
Die Coiffeur Justes aus Frankreich setzen auch Haare als Fänger für Verunreinigungen in Gewässern ein (nachzulesen hier). Ein Fernsehbeitrag gab mir auch den Anreiz FettFressHair zu starten. Da wir ein junges Unternehmen sind und unsere (Wo)men-Power derzeit begrenzt ist, arbeiten wir Schritt für Schritt. In den Haar-Resten sind oftmals Verunreinigungen der Salons enthalten und damit das nicht „zu leben beginnt“, säubern wir die Passés vor der Verarbeitung.
An welchem Punkt steht ihr gerade mit FettFressHair?
Im April 2020 kam alles mit dem yooweedoo-Wettbewerb ins Rollen. Dort wurden wir auch Preisträger. Gemeinsam mit der Universität Kiel fanden dann wissenschaftliche Untersuchungen statt, um die FettFressHair-Produkte zu entwickeln. Jetzt ist es an der Zeit FettFressHair an verschiedenen Auslageorte auszuprobieren und dies auch labortechnisch untersuchen zu lassen. Hierzu verarbeiten wir die gewaschenen Schnitthaare zu verschiedenen Formen, z.B. zur Haarmatte, die nur aus Haaren besteht, sowie zu FettFressHair-Ketten. Bei zweiterem werden Kompressionsstrümpfe mit Haaren befüllt. Damit bieten wir nachhaltige Alternativen zu synthetischen Produkten wie Ölaufnahmetücher oder Schlängel. Unsere FettFressHair können z.B. in Gullys oder Motorboottankstellen, Fährhäfen, in Bootsbilgen, Regenrückhaltebecken usw. als Ölfilter eingesetzt werden.
Was kann man als Salon machen, um euch zu unterstützen?
Unsere FettFressHair können z.B. in Gullys oder Motorboottankstellen, Fährhäfen, in Bootsbilgen, Regenrückhaltebecken usw. als Ölfilter eingesetzt werden.
Wie schon erwähnt, ist die Problematik momentan nicht die Haarbeschaffung – das ist aktuell kein Thema – denn da unterstützen uns die Kieler Friseure wunderbar. Was für uns im Moment wichtig ist, ist, dass wir unsere wissenschaftlichen Untersuchungen vorantreiben. Dafür brauchen wir Business Angels und eine Community, die uns unterstützt und supportet. Genauso freuen wir uns über viele Menschen, die FettFressHair testen oder einsetzen möchten.