Im Gespräch mit Katriina Janhunen
Bei dir gibt es „Mikrodampftreatment“ um 175 €. Haarwäsche bucht man als „Sinnesreise/Kopf-Nackenmassage/Wellness-Haarwäsche“, Glossing heißt „Pure Hair Happiness“. Wie kam es dazu, die Dienstleistungen so stark auf Erlebnis auszurichten?
Thomas Eusemann: In unserer Branche haben wir alle die gleichen Herausforderungen - Barbershops und schnelle, günstige Angebote. Da war es mir ein Anliegen, nicht mehr nur einen Haarschnitt anzubieten, sondern ein Erlebnis zu bieten. Dadurch verliert sich auch die preisliche Relation. Die Frage ist dann nicht mehr "Was kostet ein Haarschnitt?", sondern "Was ist mit dieses Erlebnis wert?" Ich wollte mich von den vielen Friseursalons abheben und Dienstleistung kreieren, die dem Kunden mehr gibt.
Wie lief die Umstellung damals?
TE: Auch wir hatten eine klassische Preisliste mit Waschen-Schneiden-Föhnen und Oberkopfsträhnen. Kundinnen standen an der Preisliste und empfanden es oft als teuer. Nach der Behandlung haben sie fast immer gesagt „ihr seid euren Preis mehr als wert“ und „eigentlich noch viel zu günstig“. Da kam dann die Idee, sich von klassischen Preisen zu lösen und ein Erlebnis zu verkaufen.
Die Idee dazu kam also eher von Kundenseite?
TE: Natürlich höre ich zu, was die Kundschaft sagt, aber ich wollte auch immer schon mehr sein, als du einfach ein Friseur, der Haare abschneidet. Ich wollte Menschen glücklich machen und ihnen spürbaren Mehrwert schenken. Wie es heute ist, fühlt es sich einfach runder an.