Auf der Suche nach weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern für ihre Aktion „salon Sozial„ (►imSalon berichtete) verrät sie uns auch, was sie sich für die Friseurbranche 2025 wünscht.
Gülten Karagöz im Gespräch mit Katja Ottiger
"Kinder und Jugendliche scheinen oft zur Gänze vergessen."
Gülten, du bist immer wieder in Jugend-WGs unterwegs, um Kindern und Jugendlichen gratis Haare zu schneiden. Warum?
Gülten Karagöz: Für Obdachlose und auch für wohnungslose Frauen wird immer wieder einiges getan, aber Kinder und Jugendliche scheinen oft zur Gänze vergessen. Sie leben in WGs, wenn sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht bei ihren Eltern leben können. Denen schneide ich gemeinsam mit meinem Team gratis die Haare. In der Regel zum Schulstart und als Weihnachtsaktion.
Wie groß sollten die Teams sein?
GK: Die Teams können unterschiedlich groß sein, im Idealfall reicht es, wenn zwei, drei Leute in die WGs gehen. Für jeden Bezirk bräuchte es einen Friseur, eine Friseurin, die ein Team aufstellen. Für mein Team schnappe ich mir meine Lehrlinge, die sich immer gern anbieten, auch wenn es außerhalb der Arbeitszeit ist oder an einem freien Tag – sie sind dabei!
Wie organisiert sich das? Ihr braucht sicher Genehmigungen, um Kindern die Haare schneiden zu können?
GK: Ja, du kannst nicht einfach in eine WG gehen und sagen, ich bin jetzt da und schneide den Kindern die Haare ab. Bei diesem Projekt werden wir von der Volkshilfe Community Work unterstützt. Die genehmigt, dass wir hineinkommen können, dass die Kids nichts zu zahlen haben und dass wir vertrauenswürdige Menschen ohne schlechte Absichten sind.