Ein Lösungsansatz dafür, dass mehr Lehrlinge ausgebildet werden, besteht darin, Unternehmen, die keine Lehrlinge ausbilden, zu verpflichten, in einen gemeinsamen Fonds einzuzahlen. Dieser Fonds soll an Ausbildungsbetriebe verteilt werden. Bestehende Förderprogramme müssen finanziell aufgestockt werden. „Zudem sollten Lehrlings-Ausbildungsgemeinschaften leichter gegründet werden können und die öffentliche Hand muss als Ansprechpartner bereitstehen“, erklärt Markytan. Betriebe, deren Lehrlinge wiederholt die Lehrabschlussprüfung nicht bestehen, sollten überprüft und nachgeschult werden. Zudem sollten diese Unternehmen anteilig die Kosten für Nachschulungen übernehmen, um die Qualität ihrer Ausbildung zu verbessern.
Ein weiteres Problem ist, dass das in der Berufsschule vermittelte Wissen stärker auf die Lehrabschlussprüfung ausgerichtet werden muss. „Es ist nicht akzeptabel, dass Lehrlinge die Berufsschule erfolgreich abschließen, aber bei der Prüfung in großem Maße scheitern“, betont Markytan. Auch müssen die Lehrpläne und Prüfungsfragen regelmäßig überprüft und aktualisiert werden. „Vertreter*innen der Lehrlinge, etwa Gewerkschaften, sollten in die Festlegung der Prüfungsanforderungen einbezogen werden“, fordert Markytan.
Der SPÖ-Bildung ist auch besonders wichtig, dass eine verpatzte Prüfung nicht zu lebenslangen negativen Folgen führt. „Lehrlinge sollten die Möglichkeit haben, gescheiterte Prüfungsinhalte zeitnah nachzuholen, um ihren Abschluss dennoch zu erlangen und im Beruf weiterarbeiten zu dürfen“, sagt Markytan und fordert die Einrichtung einer sofortigen „Rettungskette“: Wenn ein Lehrling die Prüfung nicht besteht, muss die Kommission innerhalb von 24 Stunden eine schriftliche Begründung liefern. Zudem sollte ein Gespräch mit Lehrlingsvertreter*innen, eventuell auch mit den Eltern, stattfinden. Danach muss der Lehrling die Chance auf einen sechs- bis achtwöchigen Nachschulungskurs erhalten. Die Gehaltskosten werden vom Ausbildungsbetrieb getragen und am Ende des Kurses findet eine erneute Lehrabschlussprüfung statt. „Gefordert ist eine klare Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Berufsschulen und Prüfungsorganen. Wenn das großgeschrieben wird, gehört der Fachkräftemangel bald der Vergangenheit an“, betont Markytan.
Der Friseurausbildungsmarkt ist seit Jahren rückläufig (►STATISTIK). Händeringend sucht das gesamte Friseurhandwerk nach Lösungsansätzen.
Am Messe-Sonntag diskutieren wir darüber im Rahmen der großen ► Podiumsdiskussion