Ihr habt in den vergangenen 3 Jahren sehr viele Neuheiten im Markt lanciert. Was war die erfolgreichste und was eine unerwartete Entwicklung?
OK: Die erfolgreichste Innovation war ohne Zweifel unsere FX-Serie, allen voran der FX Doppel Folienrasierer FOILFX mit seiner unverwechselbaren Formgebung. Unser Chefentwickler in den USA sagt immer, die FX Serie ist der Truck unter den Geräten. Ein starker Alleskönner und gleichzeitig ein echter Hingucker.
Die gesamte FX Reihe ist unglaublich gut angekommen - und nach wie vor ist der Skeleton FX in Gold der unser absoluter Bestseller. Überraschend war das starke Wachstum des Grooming-Segments. Dafür mag es mehrere Ursachen geben – eine liegt definitiv im Barber-Hype.
Wie hat sich der Vertrieb entwickelt? Konnten Herausforderungen mit dem Großhandel gelöst werden?
OK: Da musst du natürlich den Großhandel fragen. Aber aus unserer Sicht haben wir es geschafft ein sehr partnerschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis zu etablieren und stehen in stetigem Austausch, um gemeinsam das Business und die gesamte Branche zu stärken. Wir sind vor allem im Online-Bereich in den letzten zwei Jahren stark gewachsen, sodass wir mittlerweile online sogar schon stärker sind als offline. Für uns sind jedoch beide Kanäle nach wie vor absolut relevant und sollten sich im Idealfall auch ergänzen. Jetzt gilt es unsere Handelspartner noch intensiver beim Online-Auftritt zu unterstützen, zum Beispiel mit Videos, attraktivem, edukativem Content und ähnlichen Maßnahmen.
Beobachtet ihr besondere Entwicklungen im Digitalen?
OK: Gerade der Barber-Bereich ist sehr stark digital vernetzt und entsprechend affin, was unter anderem auch den Online-Boom in unserem Grooming-Bereich erklärt.
"Wir merken, dass unsere Zielgruppe etwas haben will, was nur sie haben, ganz individuell."
Welche Trends beobachtet ihr?
OK: Der mit Abstand größte Trend ist die Customization. Wir merken, dass unsere Zielgruppe etwas haben will, dass nur sie hat, ganz individuell. Um genau diesen Aspekt zu bedienen, wird es mit Jahresende erste spannende Neuigkeiten geben, die dann 2023 stetig ergänzt werden.
FriseurInnen werde ihre persönlichen Tools kreieren können, eigene Farbe, unterschiedlichste Designelemente und und und. Hier sehen wir eine hohe Begehrlichkeit und ein großes Potenzial.
Vor allem in puncto Design präsentiert ihr euch immer wieder „State of the Art“ und hebt euch vom Wettbewerb ab. Welche Designs fehlen noch?
OK: In puncto Design und Funktionalität haben wir bei gerade bei unserer Marken BaBylissPRO und BaBylissPRO4Artists einen sehr hohen Anspruch, den wir immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen. Ein aktuelles Bespiel ist die LO-PRO FX-Kollektion mit dem besonders flachen Design und vielen ergonomischen Detaillösungen. Wir arbeiten mit den besten und etabliertesten Barbern und FriseurInnen der Branche zusammen, um unsere Tools und deren Design und Anwenderfreundlichkeit immer weiter zu verbessern und dabei verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Dieser Prozess, den wir zusammen mit der Branche unter Einschluss Berücksichtigung neuer Trends durchlaufen, wird das künftige Design maßgeblich beeinflussen.
Wie teilt sich der Markt prozentual in Tools für Männer und Frauen?
OK: Erfahrungsgemäß sehen wir, dass fast jeder Professional eigene Grooming-Geräte oder Haartrockner besitzt, wohingegen Lockenstäbe und Glätteisen eher mit KollegInnen geteilt werden. In Zahlen machen Grooming-Tools 60% unseres Absatzes aus und 40% sind Styling-Equipment wie Haartrockner, Glätteisen, etc.. Diese Tools sind eher unisex, beziehungsweise für den Damensalon.
"StylistInnen stellen ihre Grooming-Werkzeuge individuell für unterschiedliche Anwendungsgebiete und Cuts einmal ein."
Wie viele Tools besitzt den ein Friseur im Durchschnitt?
OK: Das ist ein weiterer Trend, den wir beobachten: StylistInnen stellen ihre Grooming-Werkzeuge individuell für unterschiedliche Verwendungsgewohnheiten, Anwendungsgebiete und Cuts einmal ein. Viele Professionals brauchen dann entsprechend mehrere Haarschneider und Trimmer, mit denen sie gleichzeitig arbeiten. Das lässt den Grooming-Markt deutlich größer erscheinen als das Styling-Segment.