Im Interview mit Birgit Senger
„Für das, was hier im Moment nicht richtig läuft, werden wir die Quittung bekommen.“
Wie würdet ihr im Moment die Situation beschreiben?
Thomas Brockmann-Knödler: Wir beobachten 3 unterschiedliche Verhaltensmuster: Die einen regen sich auf, meist künstlich und substanzlos. Die anderen ergeben sich der Situation und hoffen, dass alles gut wird. Und die dritte Gruppe versucht ruhig zu bleiben, obwohl es innerlich brodelt, weil sie merken, dass hier irgendwas nicht richtig läuft und dass wir für das, was gerade nicht gut läuft, irgendwann die Quittung bekommen werden.
„Die einen haben Moral (…) und der Rest läuft schwarz.“
Was regt euch im Moment am meisten auf?
Petra Brockmann: Die Doppelmoral in unserer Gesellschaft. Die einen haben die Moral, sich an die Regeln zu halten, machen drei Stunden täglich Yoga oder Sport und der Rest läuft schwarz.
Thomas: Wir fragen uns: Wird die Schwarzarbeit nicht gesehen oder wird sie geduldet?
„Die Politik sollte die Situation klar ansprechen, genauso, wie es auch getan wurde, als alle mit den Schlitten auf die Hänge gerannt sind.“
Von wem erwartet ihr eine Reaktion? Vom Zentralverband, von der Politik?
Petra: Der Zentralverband (Überverband der deutschen Innungen mit freiwilliger Mitgliedschaft, Anm.) hatte das Thema Schwarzarbeit schon im ersten Lockdown angesprochen. Ich verstehe auch Herrn Müller, der sagt „Wir brauchen als Zentralverband den Druck aus der Masse der Friseure.“
Thomas: Die Politik sollte die Situation klar ansprechen, genauso, wie es auch getan wurde, als alle mit den Schlitten auf die Hänge gerannt sind. Das würde mehr Effekt haben, als hier und da ein Bußgeld zu verhängen.