Im Interview mit Juliane Krammer
imSalon: Hi Rico, am Berliner Ku’damm ist dein Co-Working Space Parlour&Places zu finden. Seit wann gibt es das Konzept?
Rico Beer: Im März 2021 haben wir direkt nach dem Lockdown gestartet.
" ... das gesamte Mitarbeitermanagement … empfand ich als zu umfangreich und schwierig. Diese Faktoren haben mir den Spaß an der Selbstständigkeit genommen."
Du selbst bist Friseur, warum entscheidet man sich dazu, ein Stuhlmiete-Konzept zu entwickeln?
RB: Ich habe die herkömmlichen Wege der Selbstständigkeit probiert und auch einen eigenen Salon geführt. Aber das gesamte Mitarbeitermanagement, wie Krankschreibung, Motivation, Arbeitsmoral, … empfand ich als zu umfangreich und schwierig. Diese Faktoren haben mir den Spaß an der Selbstständigkeit genommen.
Ich wusste, dass Stuhlmiete-Konzepte in den USA oder China gut laufen – dort funktioniert das unproblematisch sowie unbürokratisch. Und irgendwann habe ich meinen Salon verkauft.
Warst du selbst einmal Stuhlmieter, um diese Seite erlebt zu haben?
RB: Ja, ich war sechs Jahre lang in unterschiedlichen Salons als Stuhlmieter tätig, aber es gab Strukturprobleme, wie zum Beispiel Öffnungszeiten, die vorgegeben waren, aber auch das Warenmanagement, die Warenverwaltung, Kundenakquise etc. stellten sich für mich als unschön heraus.
Woher hattest du dein Wissen, um als Stuhlvermieter korrekt durchzustarten?
RB: Die Information habe ich mir bei der Handwerkskammer und der Clearingstelle, eine spezielle Abteilung der deutschen der Rentenversicherung, geholt. Letztere hat zur Aufgabe, zu prüfen, ob eine Scheinselbstständigkeit vorliegt. Es gibt Leitfäden, an denen ich mich orientiert habe, aber ich bin das mit meinen Anwälten auch noch durchgegangen.