Die letzten Wochen waren turbulent. Wie sind Sie über die Runden gekommen?
Birgit Nöckl: Ganz gut. Wir haben alle unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, Kontakt gehalten und stehen in regelmäßiger Verbindung zu den Salonleitern. Das war gerade in der Anfangsphase sehr wichtig, bei der Kurzarbeit sind sehr viele Fragen aufgetreten.
Für unsere Kunden haben wir einen kleinen Onlineshop eingerichtet, der super angelaufen ist und im Zuge dessen auch gleich erkannt, dass wir für unsere Farbkunden etwas tun mussten. Wir haben personalisierte Farbkits zusammengestellt und verschickt.
Farbkits - ein hieß diskutiertes Thema. Wie haben Sie das umgesetzt?
BN: Wir haben der Kundenkartei entsprechend die individuelle Farbmischung zusammengestellt und in einem vakuumierten Beutel mit Pinsel, Handschuhen und Anleitung versendet. Da haben wir ganz schön getüftelt, denn die Farbe durfte nicht mit Sauerstoff in Kontakt kommen.
Der Kunde brauchte dann nur den Beutel zu öffnen, den H2O2 hinzufügen und alles mit einem Pinsel auftragen – fertig. Unsere Kunden waren sehr dankbar, das Feedback war sehr gut. Wir arbeiten mit Aveda, die Mischungen sind sehr speziell und sehr kompliziert, das könnte sich ein Kunde nicht selbst mischen.
Wie zufrieden lief für Sie die Unterstützung der finanziellen Hilfen und Maßnahmen in Vorarlberg?
BN: Die Kurzarbeit hat gut funktioniert. Anträge wurden schnell bearbeitet, wir hatten einen guten Austausch mit dem AMS. Natürlich wäre es mir lieber gewesen, das Epidemiegesetz wäre nicht ausgesetzt worden. Aber wir versuchen mit der Situation einfach bestmöglich zurechtzukommen.
Sie bilden derzeit 11 Lehrlinge aus, mit Ihrem eigens entwickelten MaiMentor System. Wie ist die Ausbildung weitergegangen?
BN: Das ► MaiMentor System ist ja längst digitalisiert. Unsere Lehrlinge haben also einfach so weitergemacht, wie sie es gewohnt sind. Individuell und selbstständig. Sie haben die Fachtheorie gelernt, Trainingsköpfe mit nachhause genommen und an ihnen kleinere Arbeitsaufträge ausgeführt.