„Wir dürfen trotzdem nicht arbeiten, obwohl man weiß, dass die Ansteckung im privaten und nicht im gewerblichen Bereich stattfindet.“
Priska, wie geht es dir im Moment?
PK: Naja, mal besser, mal schlechter, aber im Großen und Ganzen geht’s ganz gut. Es dauert einfach nur alles viel zu lange – wir haben keinen Hoffnungsschimmer. Die Hinweise auf die Verlängerung der verlängerten Verlängerung überschlagen sich – wie soll man das aushalten? Wir dürfen trotzdem nicht arbeiten, obwohl man weiß, dass die Ansteckung im privaten und nicht im gewerblichen Bereich stattfindet.
Was sind momentan deine größten Bedenken?
PK: Die KundInnen. Die, die schon im Lockdown im November einen Termin hatten, die wurden auf Ende Dezember verschoben. Und dann war ja Lockdown 3, da hieß es dann, der ginge bis Ende Jänner. Jetzt mussten wir die Termine wieder verschieben. Im Endeffekt warten die KundInnen jetzt schon seit drei Monaten auf einen Termin…
„Die KundInnen wollen ja nicht zwei Haarschnitte auf einmal, die sie sonst innerhalb von 6 Monaten bekämen.“
Und der Umsatz fehlt dir…
PK: Ja genau. Wir machen ja keinen Haarschnitt zwei Mal. Wir können also nichts aufholen. Manche meinen dann: „Naja, aber ihr habt doch viel zu tun“, das stimmt ja auch, aber wir können den Umsatz, den wir verloren haben, nicht wieder aufholen. Das geht einfach nicht. Die KundInnen wollen ja nicht zwei Haarschnitte auf einmal, die sie sonst innerhalb von 6 Monaten bekämen. Da waren wir zugesperrt. Diese Haarschnitte holen wir nicht wieder rein… In Summe haben wir dann seit 16 Wochen geschlossen.
Der Umsatzersatz im November war super, wie sieht die Situation jetzt im Januar aus?
PK: Nun ja, wir bekommen 15% Umsatzersatzkosten, die nur ein Vorschuss auf die Fixkosten sind. Das ist jetzt erst mal mit Vorsicht anzusehen, weil man den Fixkostenzuschuss nur einmal beantragen kann. Dann könnte es vielleicht noch passieren, dass man etwas zurückzahlen muss. Und die eigentliche Hilfe entspricht dann nur 15%. Das stelle ich mir für viele UnternehmerInnen sehr schwierig vor. Man kann den Antrag erst Mitte Februar beantragen, aber trotzdem müssen sie ja alles vorfinanzieren. Und dann kommt noch dazu, dass viele Menschen aus etlichen Förderkriterien fallen. Die Fixkosten werden zu 75% übernommen, trotzdem ist es ein ganz schöner Brocken, wenn man 25% und die KUA Löhne zahlen muss.
„Es sind viele Pfuscher unterwegs“
Was begegnet Dir im Rahmen Deiner Innungsarbeit?
PK: Uns erreichen extrem viele Anrufe, weil so viele Pfuscher unterwegs sind. Das kann uns sehr übel mitspielen! Die Bevölkerung will so nicht mehr, ganz viele suchen sich eine „günstige steuerfreie Alternative“ und diesen „Umsatzentgang“ werden wir mit Sicherheit zu spüren kommen.