Im Gespräch mit Katja Ottiger
Seda, du vertrittst die heimische Friseurbranche bei der ►Euroskills, der Europameisterschaft der Berufe. Wie kam das?
Seda Türkoglu: Ich habe immer schon an Lehrlingswettbewerben teilgenommen und mich bis zu den Staatsmeisterschaften hochgearbeitet. 2019 wurden die drei Besten zum Qualifikationsbewerb für die Worldskills (WM der Berufe, Anm.) nach Salzburg eingeladen und dort habe ich mich gleichzeitig für die Euroskills 2020 qualifiziert, die wegen Corona auf den September 2021 verschoben wurde.
Du warst 2019 für Österreich bei den Worldskills in Kasan, Russland, dabei. Wie war das?
ST: Unglaublich! Da waren so viele Menschen auf einem wirklich riesengroßen Areal! Jede Berufssparte hatte eine Halle, in der nebeneinander gearbeitet und juriert wurde. Du musst dir vorstellen, dass jeder Teilnehmer zusätzlich mit einem Experten anreist, der auch gleichzeitig juriert. Plus der Modelle sind das über tausend Menschen. Leider fallen bei uns die Modelle in diesem Jahr weg, weil nur an Trainingsköpfen gearbeitet werden darf.
Wer sind die Experten?
ST: Jeder von uns Teilnehmern hat eine Expertin oder einen Experten zur Seite, die uns begleiten und unterstützen. Sie sind gleichzeitig auch Jurymitglieder, die innerhalb der Berufsgruppen jurieren, aber nicht denjenigen beurteilen dürfen, den sie begleiten. Meine Expertin ist die Susanne Zuser (Landesberufsschule St.Pölten, Anm.).
„Die EM-Aufgabe: nacharbeiten, was man auf dem Foto sieht.“
Anders als beim „normalen“ Preisfrisieren, kannst du bei der Euroskills deine Frisuren nicht selbst kreieren, sondern machst „copy - paste“?
ST: Stimmt, die Aufgabe ist es, genau das nachzuarbeiten, was man auf einem Foto sieht. Jeder Teilnehmer bekommt die Fotos erst direkt beim Wettbewerb zu sehen und muss jedes Haar eins zu eins umsetzen. Aber es gibt auch Arbeiten, bei denen das nicht so ist, meistens bei den Damen köpfen.
Engt Nacharbeiten nicht ein?
ST: Nein, das finde ich gar nicht! Du musst das nacharbeiten, was du auf dem Foto siehst, also nur eine Seite, die andere ist dir selbst überlassen. Das ist schon klass! Du kannst spontan und kreativ sein. Außerdem sind die Spiegel beim Wettbewerb so aufgestellt, dass man nicht sehen kann, was die anderen Teilnehmer machen. Wobei: Bei den Worldskills war ich zu kreativ, das war nicht so klug (lacht)!