Im Interview mit Raphaela Kischnick
Sebastian, Du bist zu einem Vorzeigebarber geworden, gibst viele Seminare und expandierst. Sind Deine Barbersalons in Coronazeiten digitaler geworden?
Sebastian Pfister: Jein! Wir waren ja schon vor Corona sehr digital aufgestellt, sind früh mit Online-Booking und Online-Terminkalender gestartet. Das hat uns in dieser Zeit des Zu-Auf-Zu-Aufsperrens sehr geholfen, weil wir Kunden leichter kontaktieren konnten und Kunden online ihre Termine selbst schieben konnten.
Wie ist denn das Verhältnis von Buchungen Online versus Persönlich?
SP: Wir haben zum Glück eine sehr hohe Rebooking-Rate. Diese liegt zwischen 90 und 100 %. Ca. 10 % buchen später und davon ca. 50 % Online und 50 % persönlich. Aber das ist ein kleiner Teil der Kunden, unser Telefon klingelt also kaum noch.
Wann werden eigentlich die meisten Termine online gebucht?
SP: Am Wochenende und in der Nacht. Das hat sich extrem verschoben. Früher hatten wir montags 40 Anrufe auf dem AB und mussten alle zurückrufen, heute sind montags die Kalender automatisch voll.
Ihr betreibt Barbershops in Kärnten und Salzburg. In Tirol gibt es auch einen Damensalon. Gibt es Gender-Unterschiede beim Buchen?
SP: Ja, für Männer ist die Onlinebuchung wesentlich einfacher. Aber auch für uns, denn Männer erhalten einen 100%igen Time-Slot, der dann nur ihnen gehört. Bei Frauen ist es komplizierter. Zum einen aufgrund der Überkreuzungen, die ich einplane, denn während der Einwirkzeit kann man eine andere Kundin schneiden, etc.
Zum Zweiten sind aber auch die Farbdienstleistungen wesentlich komplizierter online einzuschätzen. Wen man das perfekt machen will, dann muss man den Kalender immer wieder anpassen.
Habt ihr noch eine Rezeptionistin?
SP: Ja klar. Ihre Hauptaufgaben sind Begrüßung, Shopmanagement, Bestellungen, Getränkeausschank und Gutscheine ausstellen.