Frau Bächler, sie teilen sich seit fast Jahren einen Salon mit einer anderen selbstständigen Friseurin. Wie kam es dazu?
VB: Meine Kollegin hat in dem Salon, in dem ich jetzt arbeite, viele Jahre gearbeitet und ihr wurde angeboten, diesen zu übernehmen. Drei Jahre lang nutzte sie die Räumlichkeiten alleine …
… und wie kamen Sie dann ins Spiel?
VB: Ich war 34 Jahre lang in einem anderen Salon angestellt, der geschlossen wurde. Damals war ich 49. Zuerst dachte ich mir: Lass es mal langsam angehen, orientiere dich um, … aber ich bemerkte schnell, dass der Beruf mein Leben war. Das war auch der Grund, warum ich einen Raum für mich suchte. Ich wusste von meiner jetzigen Kollegin, dass sie als Soloselbstständige ihr Unternehmen führt. Von ihr wollte ich wissen, wie sie das alles umsetzt, denn sie ist so – wie ich – ohne Meister. Wir haben aufgrund unserer jahrelangen Tätigkeit eine Ausnahmebewilligung erhalten.
Wie funktioniert so ein Salonbetrieb mit zwei Soloselbstständigen?
VB: Es wurde einfach alles ganz klar getrennt. Wir waren zwei unterschiedliche Unternehmen mit eigenem Namen, separatem Telefon, unterschiedlicher Kundschaft, anders kalkulierten Preisen und genauso war es auch bei den Waren. Wir hatten alles konsequent getrennt. Sogar unsere beiden Werbeplakate hingen an der Wand.
Wie wurde Laufkundschaft gehandhabt?
VB: Da wir nur mit Terminvergabe gearbeitet haben, kam das nicht oft vor. Aber natürlich hat man sich kurz koordiniert, wer Zeit hat. Wir haben uns Kundschaft auch niemals abgeworben. Es gab schon mal den Fall, dass Kunden die andere Friseurin aus Neugierde probierten, aber das ist ja auch kein Problem, solange man offen und ehrlich über alles spricht.