Welche Behandlungen hast du gemacht?
AH: Meine Dermatologin hat sofort eine Eigenblutbehandlung unternommen. Dabei wird Blut abgenommen, zentrifugiert und Blutkörper getrennt - und in meinem Fall direkt in die Kopfhaut zurückgeführt. Ziel war eine Immunreaktion, die mein Abwehrsystem stimuliert. Parallel dazu habe ich aber auch ein Blutbild erstellen lassen, um sonstiges Pathologisches ausschließen zu können.
Wie erging es dir mit der Eigenblutbehandlung?
AH: Es waren fast 50 Injektionen direkt in die Kopfhaut. Das war irre schmerzhaft, aber es war mir wichtig, alles zu unternehmen, um den Haarausfall zu stoppen. Meine Ärztin hat mich darüber aufgeklärt, dass ca. 12 Wochen nach Narkosen, Operationen oder auch Covid-Erkrankungen oftmals eine Reaktion mit diffusem Haarausfall auftritt. Dabei werden die Haare auf dem ganzen Kopf gleichmäßig dünner und die Kopfhaut beginnt durchzuschimmern. Im Haarzyklus gibt es die Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase und in letzterer haben sich bei mir die Haare gleichzeitig herausgelöst. Ich habe überwiegend lange Haare rausziehen können.
"Irre, was Haarausfall mit einem psychisch machen kann."
Wie bist du mit dem Thema mental umgegangen?
AH: Ich hatte absolute Panik. Obwohl ich wusste, dass es Schwachsinn ist, habe ich sogar weniger meine Haare gewaschen und gekämmt. Es war mir klar, dass du einen Haarausfall-Zyklus nicht verhindern kannst. Irre, was Haarausfall mit einem psychisch machen kann. Ich ging alles in meinem Kopf durch: Hormone, Vergiftung, etc. Ich war Wochen vorher in Griechenland arbeiten und hatte viele Meerestiere gegessen. Diese haben den Ruf, dass mit dem Verzehr Verunreinigungen im Körper passieren. Mir ist klar, dass meine Leber auch aufgrund meines Berufes viel entgiften muss, denn als Friseurin arbeite ich mit sehr viel Chemie. Ich bin deswegen sehr achtsam, meinen Körper in meiner Nicht-Arbeitswelt gut zu versorgen.