Die für die Weiterbildung eines Friseurs wichtigen Komponenten zu vereinen, und das mit der Fokussierung auf Craft und Color, sind sicher unsere wichtigsten Elemente. Aber klar, am Ende des Tages muss ein Friseur eine Gesamtdienstleistung schaffen von der Beratung, über die Pflege bis zum holistischen Look.
2019 schloss das Wella Studio in Linz. Seitdem setzt ihr auf Education an wechselnden Standorten in Oberösterreich. Wie wird das angenommen?
BK: Oberösterreich ist, was die Education betrifft, nach wie vor eines unserer stärksten Gebiete in Österreich. Nachdem wir aus einem Studio zentral agieren, bewegen wir uns je nach Flächendeckung sehr regional und fokussieren unsere individuellen Einsätze nahe am Friseur. Unsere Locations sind Hotels oder Partnersalons, aber auch die Wifis. Je nach Format nutzen wir diese Partner und das funktioniert sehr gut.
„One fits all gilt nicht mehr.“
Vor welchen Herausforderungen steht die Wella Austria Company derzeit?
BK: Wir haben als Branche momentan sehr viele Unbekannte. Es bedarf neuer Wege und Konzepte und ich denke, die Gewinner werden die Mutigen sein. One fits all gilt nicht mehr, sondern individuelle, sehr persönliche Umsetzungen garantieren heute Erfolg. Und um das zu können, müssen wir die Kundenbedürfnisse kennen und verstehen. Es ist wichtiger denn je, sich selbst zu fragen: Wer bin ich und was passt zu mir? Und wirklich hinter den Antworten zu stehen. Genau hier liegt die Herausforderung für uns: Die Branche individuell zu begleiten. Die Salon-Landschaft verändert sich, neben den großen Salons haben wir derzeit 60 Prozent EPUs, da gilt es, individuell zu agieren, um für die Menschen das Optimale zu finden. Als Wella Company ist es unser Ziel den Markt zu bewegen.
Eine unserer Stärken ist, dass wir auch in Zukunft einen starken Fokus auf „Professional“ setzen, das ist unser Key-Bereich. Mit der Vielfalt unsere Marken können wir auf die unterschiedlichen Konzepte gut reagieren. Und dass wir fokussierter geworden sind, ist unser Vorteil: Wir als Wella Company können flexibler reagieren.
„Care ist der einzige Touchpoint im Salon, mit dem du die Seele des Kunden berühren kannst.“
Welche positiven Änderungen beobachtest du?
BK: Wenn die großen Dinge wegbrechen, kommt der kleine Luxus zurück. Die Leute leisten sich Sachen seltener, den Friseur vielleicht nur noch aller 3 Monate. Für Friseure, die eine Affinität zu Care haben, bieten sich hier tolle Möglichkeiten. In den vielen Zwischenschritten vom Empfang bis zum finalen Ergebnis gibt es viele Dienstleistungspotenziale , aber wir sollten uns mehr bewusst machen, dass Care der einzige Touchpoint im Friseursalon ist, wo du die Seele des Kunden berühren kannst. Und Kunden wollen mehr denn je wieder berührt werden durch Rituale und „Switch Off Momenten, dafür steht der Trend „Wholistic Self"* stark im Fokus.
* Quelle: Global consumer Trends 2022 Euromonitor Report