Im Chat-Interview mit Juliane Krammer
Wann war der Zeitpunkt, an dem du wusstest, dass du Friseur werden willst?
CS: Ich war 9 Jahre alt, als ich meinen Barbies die Haare abschnitt. Meine Mutter hat sich daraufhin beschwert, dass die Puppen so teuer sind … aber ich ließ mich nicht aufhalten und wollte mehr Haare schneiden. Zu Weihnachten bekam ich einen Trainingskopf geschenkt und war ab dann nur mehr mit diesem beschäftigt. Diese standen immer auf meiner Fensterbank im Kinderzimmer … Insgesamt 9 Stück nutzte ich zum Üben und dann startete ich meine Ausbildung.
Wie kam es dann zur Ausbildung? Bist du den klassischen Weg der Friseurausbildung gegangen?
CS: Um zu testen, wie ich in Punkto Kommunikation klarkomme, habe ich ein Praktikum gemacht. Mein Ausbilder war vom Fleck weg von meiner Fähigkeit begeistert.
Du bist gehörlos! Wie war das für deinen damaligen Chef?
CS: Ich habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, mich als Lehrling einzustellen. Er wollte es probieren und hat mir die Chance gegeben.
Wie war es in der Berufsschule für dich?
CS: Schwierig. Wir waren 29 Schüler*innen und ich kam mit dem Tempo nicht nach, da ich nicht schreiben und Lippen lesen gleichzeitig kann. Am Ende des Unterrichts musste ich alles vom Nachbar abschreiben. So ging es für mich nicht weiter. Ich wollte einfach einen guten Abschluss haben.