Beatrice Naumanns Downsizing - Nach 28 Jahren als Unternehmerin mit ihrem 130qm großen Salon, in dem zu Spitzenzeiten 30 Fachkräfte und Auszubildende angestellt waren. Wie schaffte sie es wieder selbstbestimmt und glücklich arbeiten zu können? Sie macht heute vieles anders als vor einem Jahr.
Das Gespräch führte Birgit Senger
Was hat Dich dazu gebracht, umzudenken und dein Geschäftsmodell zu verändern?
Beatrice Naumann: Der Druck als Unternehmen agieren zu können, ist mit den Jahren immer schwerer geworden. Den Spagat, den ich als Arbeitgeberin und Unternehmerin heute hinlegen muss, ist echt heftig. Erwartungen der Angestellten in Bezug auf Work-Life-Balance und gute Bezahlung, die Mieterhöhung des Vermieters, steigende Kosten für Weiterbildung, die Lockdowns, steigende Materialkosten, Datenschutzverordnung, Arbeitszeiterfassung der Mitarbeiter und eine Energiekrise… Das ist ganz schön viel für jemanden, der eigentliche nur schöne Haare machen will!
Welche Erwartungen hast du als Unternehmerin?
BN: Die Flexibilität, die heute von Unternehmen gefordert wird, wird total verkannt. Je mehr ich mir Gedanken über meine USPs und Customizing gemacht habe, umso deutlicher wurde mir, wie viel flexibler und beweglicher ich alleine bin. Alleine kann ich eine Qualitätsgarantie geben und mich bestmöglich auf meine Kundinnen und Kunden konzentrieren. Auch eine Pause ist als Soloselbständige eine Pause, was auch für meine Work-Life-Balance besser ist.