Du hast mit HeadQuarters jährlich Haarstylist*innen erfolgreich ausgebildet. Reizt es dich, diese Art der Friseurausbildung wieder ins Leben zu rufen?
Christine Wegscheider: Es braucht definitiv wieder ein ähnliches Konzept. HeadQuarters war eine private Friseurschule, die fundiertes Wissen und Praxis in 1,5 Jahren vermittelt hat. Leider waren wir damals 20 Jahre zu früh dran. Es sollte sicherlich wieder so eine Ausbildungsvariante geben. Aber irgendwie haben wir es geschafft, das im „Kleinen“ bei uns im Salon bereits zu leben und teilweise umzusetzen. Unsere jungen Damen und Herren sind „Jungstylist*innen“, für die wir auch andere Preise verrechnen. Eines ist sicher, learning by doing unter fachgerechter Anleitung und mit internen Schulungen, ist das Um und Auf.
Meinst du, dass es bei dem aktuellen Fachkräfte-Mangel genügend „Friseur-Studis“ gäbe?
CW: Immer wieder klopfen potenzielle Quereinsteiger*innen an meine Türe und fragen, ob sie die Ausbildung bei mir machen können. Durch die bürokratischen Hürden wird es höchstmotivierten Personen nur leider schwer gemacht, eine Ausbildung effektiv zu absolvieren. Heutzutage entscheiden sich viele Leute erst im Alter dazu, ein Handwerk zu erlernen. Aber sie wollen an den Beruf effektiv herangeführt werden und nicht – überspitzt gesagt - drei Jahre lang nur Haare waschen und das ist die Zukunft. Die Frage ist ob, die, die am Hebel sitzen auch so denken.