Im Interview mit Juliane Krammer
Du hast die ONE SHOT AWARDS in der Kategorie Texture Shots gewonnen. Hat sich seit dieser internationalen Auszeichnung etwas geändert?
Ahmet Bilir: Es war für mich die erste internationale Award-Teilnahme. Die Auszeichnung German Hairdresser of the Year habe ich 2005 und 2006 erhalten, aber ein internationaler Award fühlt sich nach einer anderen Liga an. Ich bekomme nun viele Medienanfragen, wurde zu einer Talksendung eingeladen und abseits davon kommen nun deutlich mehr Neukunden-Anfragen rein.
Was treibt dich an, für Awards Arbeiten einzureichen?
AB: In erster Linie mache ich mit, weil ich Spaß an der Arbeit habe, meinen Stil und mein Können mit anderen vergleichen möchte. Auf diese Weise will ich herausfinden, ob andere Menschen das fühlen und verstehen, was ich transportieren will. Ehrlich gestanden, wollte ich auch einmal das ganze Spektakel eines Awards außerhalb der Heimat hautnah miterleben und sehen, wie eine Veranstaltung in dieser Größenordnung mit all den Shows organisiert wird.
Themenwechsel Downgrading vs. Upgrading: Wo siehst du Vorteile bzw. Nachteile als Unternehmer?
AB: 18 Jahre lang führte ich einen größeren Salon mit 15 Bedienplätzen. Vor 7 Jahren habe ich mich bewusst von diesem Salonkonzept getrennt. Ich wollte einen kleinen, individuellen Salon mit privater Atmosphäre schaffen, einen Ort, wo die Zeit während der Behandlung stillsteht. Das war auch meine Intention beim Verkleinern: Ich wollte Tempo rausnehmen und mich voll und ganz auf meine Kunden einlassen.
Bringt ein Salon-Downgrading wirklich mehr Ruhe in deinen Stylisten-Alltag?
AB: Mein Salon fühlt sich wie ein Wohnzimmer an. Das verschafft auch mir ein anderes Arbeiten. Die Kunden sind meine Gäste, jede Person wird auch in einem separaten Zimmer behandelt. Es fühlt sich weniger nach Friseur-Salon, sondern nach Zuhause an.