Annejet Trumpf im Interview mit Juliane Krammer
Annejet, du hast deinen Salon in einem kleinen Ort. Wie positionierst du dich mit deinen Preisen?
Annejet Trumpf: Mein Salon ist in einer ländlichen Gegend und auch wenn man es nicht vermutet, sind wir im mittel- bis hochpreisigen Segment angesiedelt. Im Umkreis sind wir einer der teuersten Salons und das Ziel ist definitiv ein hochpreisiger Salon zu werden.
"Ab 2025 werden wir nach Zeitaufwand kassieren und nicht nach Geschlecht oder Alter. Auch Kinderpreise fallen dann weg."
Wie willst du das erreichen?
AT: Als nächstes stehen bei uns genderneutrale Preise auf der Agenda. Bei der letzten Preisanpassung haben wir nur die Herren-Preise erhöht. Ab 2025 werden wir nach Zeitaufwand kassieren und nicht nach Geschlecht oder Alter. Auch Kinderpreise fallen dann weg. Eine halbe Stunde wird 52€ kosten.
"... ich muss die Preise anheben, damit ich aus dem Stress-Modus rauskomme."
Wie schafft man es in einem Dorf, das nicht einmal 6.000 Einwohner hat, so selbstbewusst Preise festzulegen?
AT: Es war eine lange Reise. Vor 11 Jahren, als ich mich selbstständig machte, richteten sich meine Preise nach den anderen Salons in der Umgebung. Ich entschied mich damals irgendwo dazwischen zu positionieren. Vor vier Jahren ist mir bewusst geworden, dass ich für meine Arbeit und auch die meiner Mitarbeiter gutes Geld verdienen will. Gerade in der Friseurbranche ist es wichtig, gute Löhne zu zahlen. Ich habe einen großen Salon mit 13 Plätzen, wir waren damals unterbesetzt und unter Dauerbelastung. Das war der entscheidende Punkt und ich wusste, ich muss die Preise anheben, damit ich aus dem Stress-Modus rauskomme. ► Sam Schüllers Mentorprogramm hat mir hier sehr weitergeholfen und mich empowered, meine Preisliste anzupassen.