Sascha Mylenbusch im Interview mit Celina Roth
Sascha, wie kam es dazu, dass du dir deinen Assistenzhund Mavel geholt hast?
Sascha Mylenbusch: Ich war schon immer ein großer Tierliebhaber. Dann gab es irgendwann eine Phase, wo ich aufgrund meiner Krankheit das Haus nicht mehr verlassen konnte. Der Tipp meiner Ärztin war, sich mit dem Thema Assistenzhunde auseinanderzusetzen.
Wie ist es mit Assistenzhund im Berufsalltag?
SM: Es macht einen Unterschied, ob ich eine Stelle mit Hund suche oder eine Stelle mit Assistenzhund. Dadurch, dass ich einen Assistenzhund habe, lässt sich darauf schließen, dass ich eine Krankheit habe und dadurch eingeschränkt bin. Auch wenn mich die Krankheit im Berufsalltag eigentlich nicht beeinflusst, denn ich arbeite fleißig und zuverlässig. Ich gebe zusätzlich auch Seminare und Workshops. Ich bin ja keiner, der nichts macht. Aber viele wollten keinen mit Behindertenausweis einstellen und dann zusätzlich auch noch mit Assistenzhund.
Was waren damals die Gründe für Absagen?
SM: Oft wurde mir gesagt, ich sei überqualifiziert. Wobei ich mich frage, wie man als Friseur überqualifiziert sein kann. Man sollte doch als Arbeitgeber froh sein, wenn man einen hoch-qualifizierten Mitarbeiter kriegt.
Dürfen bei dir auch Mitarbeiter oder Kunden ihre Hunde mitbringen?
SM: Ja, wir haben auch Kunden, die ihren Hund hin und wieder mitbringen. Meine Mitarbeiterin hat keinen Hund. Es wäre aber auch kein Thema für mich, da mein Hund mit anderen sehr verträglich ist. Es gibt Kunden, deren Hunde schon beim Vorbeilaufen in den Salon möchten, weil sie wissen, dass sie hier willkommen sind.
Wie verhält sich dein Hund im Salon?
SM: Bei Kunden verhält er sich anders als bei anderen Menschen. Er hat seinen eigenen Bereich hinten. Da hat er Ruhe und kann nicht die ganze Zeit angefasst werden. Er merkt trotz einer gewissen Distanz, wenn bei mir etwas wäre. Es ist gottseidank in eineinhalb Jahren nur einmal vorgekommen, dass er auf der Arbeit für mich da sein musste.